Das Erdmittelalter – Mesozoikum

Während des Mesozoikums nahm das Leben einen weiteren wichtigen Schritt. Es eroberte das Land und zeigte sich in all seiner Pracht. Das Erdmittelalter wird in die Epochen Trias, Jura und Kreide unterteilt.

Periode: Trias
Während Trias nahm der Superkontinent Pangäa seine endgültige Form an und umfasste damit alle größeren Landmassen. Die Lebewesen mussten sich vom großen permschen Massenaussterben erholen, was ihnen sehr gut gelang. Doch gegen Ende des Trias kam es zu einem weiteren Aussterben.

Das Massenaussterben am Ende des Perm hat vor allem die Trilobiten, die Fusulinen und die rugosen Korallen betroffen. Die Mollusken nahmen zu Beginn des Trias eine wichtige Stellung ein und auch die Ammoniten erholten sich sehr schnell. So verging nur eine relativ kurze Zeit, bis die Meere wieder reichlich belebt waren. Den Meeresboden eroberten im frühen Trias wieder die Stromatolithen, die ohne Konkurrenz erneut aufblühen konnten. Die Bivalven (Muscheln), Gastropoden (Schnecken) und Seeigel schienen das Massenaussterben sehr gut verkraftet zu haben. Auf der anderen Seite sind die Wirbeltiere sowie die Brachiopoden in den marinen Ökosystemen merklich seltener geworden. Die Riffe wurden zunächst nur von Schwämmen gebildet, erst später wieder von Korallen, die sich nur langsam erholten. Im offenen Meer wurde der übermäßig vorhandene leere Raum von vielen neuen Formen bevölkert, so konnten sich die Belemniten (Tintenfische) sehr gut weiterentwickeln. Die Strahlenflosser und Haie begannen weitere Arten auszubilden. Einige Reptilien begannen das Meer für sich zurück zu erobern, indem sie sich wieder an diesen Lebensraum anpassten. So der Nothosauria, der sich mit seinen Gliedmaßen paddelartig durch das Meer bewegte. Es folgte der Ichthyosauria (Fischechse), der sehr gut an seine Umwelt angepasst war und zu den erfolgreichen Räubern seiner Zeit gehörte. Ein besonderes Ereignis ist auch das auftauchen der ersten Krokodile an Land, die im Trias ihre lange Erfolgsgeschichte begannen.

Die Pflanzen waren nicht vom großen permschen Massenaussterben betroffen und die Nacktsamer (Gymnospermen) entwickelten sich ohne Zwischenfälle weiter. Die Farne machten eine ähnlichen Prozess durch und wurden zu den beherrschenden Fossilien dieser Zeit. In den Wäldern zeigten sich neben den Gymnospermen, meist Koniferen (Nadelholzgewächse), ansonsten die Cycadeen (Palmfarne) und Ginkgobäume.

Die Landtiere haben unter dem Aussterben besonders gelitten, doch konnten in dieser schweren Phase Fortschritte verzeichnet werden. So entwickelten sich am Ende des Trias die ersten Säugetiere (Mammalia). Doch dies war die Zeit der Dinosaurier. Die Riesenechsen waren in dieser frühen Phase noch nicht wirklich riesig, sondern eher von kleiner Statur. Die größten Exemplare konnten eine Länge von bis zu sechs Metern erreichen. Erst später im Jura und in der Kreidezeit sollten sie ihre ganze Pracht entfalten. Auch Frösche und Schildkröten, die uns eher vertraut sind, tauchten im Trias erstmalig auf. Während des Trias wurde auch ein ganz neuer Lebensraum erobert: die Luft. Die ersten Flugsaurier (Pterosaurier) bildeten die frühen Vorfahren der Vögel.

Nachdem sich die Landmassen zu Pangäa vereinigt hatten begannen sie in der späten Trias auseinander zu brechen. Südeuropa trennte sich von Afrika und Nord- von Südamerika.

Am Ende des Trias kam es wieder zu einem Massenaussterben, bei dem die Dinosaurier ganz klar als Sieger hervorgingen und ihre Stellung im Ökosystem konsolidieren und ausbauen konnten.

Periode: Jura
Das Jura war eindeutig das Zeitalter der Dinosaurier. Sie vermehrten und entwickelten sich in einer enormen Vielfalt und hatten sich den Planeten untertan gemacht. Pangäa brach im Jura weiter auseinander und lässt schon einige Züge der modernen Kontinente erahnen.

Der Meeresboden wurde von vielen Bivalven, Gastropoden und Seeigeln besiedelt und es begann die Entwicklung vieler verschiedener Arthopoden, zum Beispiel die Vorfahren unserer heutigen Hummer und Krabben. Der Ichthyosaurier zog weiterhin seine Kreise in den Ozeanen und beherrschte sie als überlegener Jäger. Allerdings gesellten sich einige an das Leben im Meer angepassten Krokodile zu ihm.

Auf dem Land wurden die Farne weniger auffällig, doch es gab noch keine Gräser und Laubbäume, weshalb uns diese Landschaften sehr fremd angemutet hätten. Die Säugetiere verhielten sich ruhig und die Größten wurden höchstens einige Dutzend Zentimeter groß.

Die Dinosaurier jedoch entwickelten sich sehr schnell und erreichten Körpergrößen von unglaublichen Ausmaßen. Aus diesen beeindruckenden Geschöpfen heraus entwickelte sich eine andere besondere Tierart – die Vögel. Der Archaeopteryx ist die Verbindung zwischen diesen beiden Tiergruppen. Sein Skelett ist dem der Dinosaurier sehr ähnlich, aber er besaß Federn.

Gegen Ende des Juras kam es wieder zu einem kleineren Aussterben, doch diesmal änderte sich auch die Fauna der Dinosaurier. So verschwanden die Stegosaurier und die größeren Sauropoden von der Bildfläche. Insgesamt entwickelten sich die Dinosaurier in der folgenden Periode, der Kreide, weiterhin sehr erfolgreich.

Periode: Kreide
Die Kreide war eine entscheidende Epoche für die weitere Entwicklung des Lebens. Die Dinosaurier nahmen wie auch schon im Jura eine zentrale Rolle innerhalb des Ökosystems ein und waren weiterhin dominierend auf dem Festland. In den Meeren gab es eine entscheidende Entwicklung, so verbreiteten sich die Teleostei und brachten einen Artenreichtum, der zu den umfangreichsten der Tierwelt gehört hervor. Fast 97% aller heute lebenden Wirbeltiere gehören dieser Infraklasse der Strahlenflosser an. Sie zeichnen sich vor allem durch symmetrische Schwanzflossen, runde Schuppen, spezialisierte Flossen und kurze Kiefer aus. Im Bereich der Meeresräuber hat sich nach dem Aussterben einiges getan. Die Ichthyosaurier und die Meereskrokodile wurden seltener, während die Mosasauria und die Plesiosauria die Ozeane eroberten. Erstere konnten bis zu 15 Meter lang werden. Die Haie wurden von ihren Merkmalen immer moderner und zeigten schon große Ähnlichkeiten mit ihren heutigen Nachfahren. Ganz besondere Bewohner des marinen Ökosystems waren der flügellose Tauchvogel Hesperoris und die Seeschildkröte Archelon, die bis zu 4 Meter lang werden konnte. Auf dem Meeresboden kann ein Rückgang der Brachiopoden beobachtet werden, doch andere Arten, wie zum Beispiel der Seeigel, konnten diese Lebensräume wieder besetzen. Viele Arten wurden in der Kreide moderner, das heißt, dass sie sich näher an unsere heutigen Arten heran entwickelten, wie zum Beispiel die Gastropoden und die Bivalven. Das Seegras begann seine Entwicklung in dieser Zeit und bildete damit die Grundlage eines neuen Ökosystems. Hummer, Krabben sowie andere Räuber (z.B. Gastropoden) wurden immer effizienter und hatten es hauptsächlich auf Muscheln abgesehen.

An Land zeigten sich die ersten Bedecktsamer (Angiospermen), die sich sehr rasch ausbreiteten, da sie gegenüber den Gymnospermen klare Vorteile besaßen. Natürlich waren die Nacktsamer (Gymonospermen) zu Beginn noch dominierend, doch durch eine hohe Spezialisierungsfähigkeit und durch einen sehr kurzen Fortpflanzungszyklus waren die besten Vorraussetzungen zur Verbreitung der Bedecktsamer (Angiospermen) gegeben. Die Cycadeen befanden sich ohnehin schon auf dem Rückzug und wurden immer seltener. Zu den neuen Samenpflanzen zählten auch die Gräser, Unkräuter, Wildblumen und Laubbäume, die das zukünftige Landschaftsbild neu gestalteten. Vor allem die Platanen waren sehr erfolgreich im besetzen von instabilen Lebensräumen.

In der damaligen Tierwelt stachen die Dinosaurier heraus. Auf der einen Seite die Herden der Pflanzenfresser und auf der anderen die erfolgreichen riesigen Räuber, wie der Tyrannosaurus und der Albertosaurus. Krokodile von bis zu 15 Metern Länge durchstreiften die Gegenden auf der Suche nach Nahrung. Die Frösche, Salamander, Schildkröten und Eidechsen entwickelten sich näher zu ihren modernen Verwandten hin, während die Schlangen ihre Stammesgeschichte begannen. Sie konnten sich aber während der Kreide noch nicht durchsetzten und mussten bis zum Känozoikum im Hintergrund leben. In der Luft war nur sehr wenig los. Einige Flugsaurier und wenige Vögel, noch keine Singvögel, bevölkerten den Luftraum. Die im Abseits lebenden Säugetiere brachten während der Kreide eine recht große Artenvielfalt hervor. Es differenzierten sich die beiden großen Unterklassen der Beuteltiere und der Placentalia (Säugetiere, die ihre ungeborenen Jungen mit Hilfe einer Plazenta ernähren) aus, die später den größten Teil der Säugetiere stellen sollten.

Zu Beginn der Kreide war Gondwanaland noch eine zusammenhängende Landmasse, doch drifteten die Kontinente immer weiter auseinander. Am Ende waren Südamerika, Afrika, Indien getrennt, so dass nur noch zwischen der Antarktis und Australien eine Verbindung bestand. An einem anderen Ort trennte sich Grönland von Nordamerika ab.

Ganz am Ende der Kreide und damit auch am Ende des Mesozoikums stand das wohl berühmteste Massenaussterben. Ein Asteroid schlug auf der Erde ein und löschte die Dinosaurier und viele weitere Arten aus. So erlitten auch die Pflanzen einen enormen Verlust und auch das Ökosystem Ozean nahm Schaden. Der Hauptbeweis für einen Einschlag eines außerirdischen Körpers ist eine weltweit hohe Konzentration von Iridium in jenen Schichten. Iridium ist ein Element, welches auf der Erde sehr selten ist und in Asteroiden vermehrt vorkommt. Dieser Körper hatte einen Durchmesser von ungefähr zehn Kilometern und hinterließ einen Krater von 200 Kilometern Durchmesser. Er liegt im Golf von Mexiko und hat den Namen Chicxulub-Krater bekommen. Diese Katastrophe, die sich vor 65 Millionen Jahren abgespielt hat beendete das Mesozoikum und machte den Weg für ein neues Zeitalter frei: das Zeitalter der Säugetiere.