Die Evolution des Lebens – Proterozoikum

Gletscher in Alaska (PD-US NOAA)

Während des Proterozoikums, welches vor circa 2,5 Milliarden Jahren begann, war die Erde viel in Bewegung. Die Kontinente waren weite Strecken unterwegs und veränderten ständig ihr Bild. In dieser Zeit setzten die ersten Gebirgsbildungen ein. Das Leben machte zu Beginn einige zaghafte Entwicklungen durch, bevor es gegen Ende des Proterozoikum zu einer Explosion der Diversität des Lebens kam.

Eukaryontische Zelle (PD)

Vor 3,5 Milliarden Jahren, also noch im Archaikum, begannen die ersten Lebewesen mit der Photosynthese freien Sauerstoff herzustellen. Langsam wurden nun die natürlichen Sauerstoffspeicher gefüllt, bevor sich die O2 Moleküle in der Atmosphäre ansammeln konnten. So hatte sich vor ungefähr 2 Milliarden Jahren schon eine beträchtliche Menge Sauerstoff in der Atmosphäre angereichert. Diese Lufthülle hatte Folgen für die Lebewesen jener Zeit. Im Archaikum entstanden die Eukaryonten, das sind einzellige Lebewesen, die einen Zellkern besitzen. Sie entstanden vermutlich aus den Procaryonten. Der Sauerstoff in der Atmosphäre hatte vielleicht Vorteile für diese Zellen, die bis dahin eher im Hintergrund standen, denn sie verbreiteten sich rasch über den ganzen Planeten. Unterstützt wurde dieser Prozess von den Vereisungen auf den jungen Kontinenten, die vermutlich zu einem Rückgang der Temperatur führten, wodurch zahlreiche Arten ausstarben und Platz für die neuen Arten machten. Die Stromatolithen hatten ihren Höhepunkt vor 1,2 Milliarden Jahren erreicht und wurden wieder seltener. So hatten die Eucaryonten die Chance sich zu entwickeln und viele verschiedene Arten hervorzubringen. Gegen Ende des Protozoikums lassen sich die ersten tierischen Lebewesen nachweisen. Dies markierte den Beginn der gewaltigen Artenvielfalt der Tiere. Es wird angenommen, dass es schon vor dieser Zeit erste Weichtiere gab, doch weil diese zu selten waren und nur schlecht in die heutige Zeit erhalten blieben, hinterließen sie erst später Spuren ihres Daseins in Form von Abdrücken in den Sedimenten. Die Formenvielfalt kannte vorerst keine Grenzen: Quallen (Nesseltiere – Cnidaria), Seefedern (Pennatulacea), Ringelwürmer (Annelida) und frühe Formen der Gliederfüßler (Vorfahren der heutigen Insekten und Krabben – Arthropoda). Auch Schnecken (Gastropoden) durchpflügten den Meeresboden auf der Suche nach Nahrung. In den Fossilien, die in jener Zeit ihren Ursprung hatten, zeigen sich auch die ersten Tiere, die über Hartteile verfügten.

Ein Bewohner seit der Urzeit (PD-US NOAA)

Im Zentrum der jungen Erde stand der Kontinent Laurentia, der die Landmassen des heutigen Nordamerika und Grönland umfasste. Zu früheren Zeiten gehörten Sibirien und Skandinavien zu dieser Festlandmasse, die von den anderen Kontinenten (Antarktis, Indien & Australien, Nordteil Südamerikas, Baltica) umringt war und den Großkontinent Rodinia bildete. Außer Laurentia, Baltica, und Sibirien bildeten später alle anderen größeren Kontinente zusammen mit der neu entstandenen afrikanischen Landmasse den Großkontinent Gondwanaland.