Die Römische Republik

Vom König zur Republik (Res Publica Romana)

Was die politische Organisation angeht, orientierte sich Rom an den anderen etruskischen Städten. Es gab an der Spitze einen König als Führer der Gemeinschaft, das Volk wurde in drei große Gruppen (tribus) eingeteilt. Am oberen Ende der Gesellschaft standen die Reiterklassen (equites), die bei Konflikten entscheidend waren. Unter ihnen stand die Masse der Bevölkerung (plebs).

Die Reiter waren für den Schutz des Königs zuständig und aus ihren Kreisen setzte sich der Ältestenrat (senatus) zusammen. Die kleinste soziale Einheit dieses Systems bildete die Familie (gentes), die dem Oberhaupt (pater) rechtlich untergeordnet war.

Um 509 vor Christus wurde der letzte König Tarquinius Superbus vertrieben und die Ständekämpfe zwischen den sozialen Schichten begannen. Auf der einen Seite stand der aristokratische Ältestenrat (Patrizier) und auf der anderen die Plebejer, freie Bewohner, die von der politischen Mitsprache ausgeschlossen wurden. Der aristokratische Kreis stellte den praetor maximus, den ?obersten Heerführer?, und hatte damit de facto die Kontrolle über die Streitkräfte.

Im Laufe der Zeit wurde die Hoplitentaktik von den Griechen übernommen. Durch diesen Wandel wurden die Aristokratie, die sich stets durch ihre kriegsentscheidende Reiterrei legitimierte, entscheidend geschwächt, da nun die schwerbewaffneten Soldaten zu Fuß diese Stellung einnahmen. So wurde dann auch die gesamte gesellschaftliche Strukturierung in Frage gestellt.

Nach recht kurzer Zeit konnten die Plebejer schon einen ersten Erfolg verzeichnen. Ihnen wurde zugestanden die Befehlshaber der drei Tausendschaften aus ihren Reihen zu bestimmen ? der Beginn des Volkstribunats. Gegenüber der Aristokratie konnten sie jedoch politische Entscheidungen nur sehr schwer durchsetzen, daraufhin organisierte man die Versammlung der Plebejer (concilium plebis) und die Heeresversammlung.

Immerhin wurde nach etwas Zeit ein Fortschritt erzielt. Die Befehlsgewalt (imperium) ging auf einen Praetor und zwei Konsuln über. Diese neuen Stellen wurden auch zunehmend mit Plebejern besetzt und stärkten damit ihren Einfluss.

Die Innenpolitik in Rom war hauptsächlich darauf ausgerichtet den Inneren Frieden zu gewährleisten. Es entstand im 5. Jahrhundert vor Christus das Zwölftafel-Recht, welches die Rechte und Pflichten eines römischen Bürgers enthielt. Die oberen Schichten wurden gegenüber den besitzlosen Proletariern nicht bevorzugt und auch eine Konsolidierung der Staatsverfassung lässt sich herauslesen.

Bei Rechtsstreitigkeiten wurden das Verfahren der Urteilsfindung festgelegt. Das Verhältnis zwischen den einzelnen Bürgern musste in einer Zeit sozialer Probleme besonders geregelt werden. Das Schuldrecht war ein wesentlicher Bestandteil dieser Gesetzte. Ein Gläubiger konnte den Schuldner für eine gewisse Zeit festsetzten und nach 60 Tagen als Sklave in das Land jenseits des Tibers verkaufen. Man versuchte der zunehmenden Verschuldung mit einer Festlegung des Zinssatzes Herr zu werden. Die Stellung des Vaters in der Familie wurde fest definiert (pater familias), dieser konnte ein missgebildetes Neugeborenes töten, sowie seine Kinder als Sklaven auf Zeit verkaufen. In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls das Erbrecht und die Vormundschaft (tutela) geregelt. Damit das wirtschaftliche Leben reibungslos verlaufen konnte entstand ein frühes Vertragsrecht und die Landnutzung wurde reguliert. Dies war wiederum eng verknüpft mit der Festigung von Nachbarschaftsverhältnissen, zudem die Regelung über das Verhältnis zwischen Patron und Client (Gönner und Günstling). Bestechungen und andere Straftaten, zum Beispiel Körperverletzung wurden verboten und unter Strafe gestellt. Desweiteren gab es noch einige Gesetze, die das Zusammenleben allgemein betrafen, so zu Bestattungen, Eheschließungen und so weiter.

Durch diese Maßnahme konnten die sozialen Probleme nicht beseitigt werden, erst die Expansion Roms brachte die Lösung. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Republik getan, mit der lex Poetelia Papiria wurde die Schuldknechtschaft aufgehoben. Dies geschah ganz im Rahmen der Bemühungen einen Ausgleich zwischen den Patriziern und Plebejern zu schaffen – eine Grundlage der späteren Republik. Es wurden dann auch Plebejer im Senat zugelassen, indem man dort ehemalige Amtsträger aufnahm. Dies war ebenfalls ein wichtiger Schritt, um später dann anderen Städte in das römische System eingliedern zu können.

Die Amtsträger wurden in der Volksversammlung gewählt und von Zensoren in die Senatslisten eingetragen. Einer der berühmtesten Zensoren war Appius Claudius, der ab 312 den Ausbau der Infrastruktur einleitete. Nach ihm benannt wurde eine Trinkwasserleitung aqua Appia und die berühmte Straße via Appia.

Diese Erweiterung des Senats war nötig, um die stetige Expansion des Römischen Reichs unter Kontrolle zu halten. Jedoch konnte nicht jeder Plebejer in den Senat kommen, denn es war nötig ein bestimmtes Vermögen vorzuweisen. Die alten und neuen Mitglieder des Senats bildeten nun eine neue politische Klasse, die Nobilität. Dieser Senat war das Ratsorgan der Magistrate, die die exekutive Gewalt besaßen, doch im Allgemeinen waren die Entscheidungen des Senats bindend, da sich selten ein Magistrat auf einen Konflikt mit dieser Elite einließ.

Zunehmend wurden die Plebejer in alle Teile der politischen Gesellschaft integriert, so konnten sie nun an den Priesterkollegien teilnehmen.

Die endgültige Gründung der Republik gelang mit der Lex Hortensia 287 vor Christus. Die Volksversammlung wurde gestärkt und der Senat musste eine politische Schwächung hinnehmen. Damit wurde die gesetzgebende Gewalt in die Hände des Volkes gegeben und die Plebejer, besonders die Volkstribune, gewannen an Einfluss.

Die Verfassung der Republik
Versammlungen
Die unterste Stufe dieser Staatsverfassung bildete natürlich das römische Volk. Diese organisierten sich in insgesamt drei Versammlungen, die die höheren Beamten bestimmten.

Die höchsten Männer im Staate wurden von der Comitia Centuriata, der Heeresversammlung, gewählt. Die Versammlung umfasste die Patrizier und Plebejer, die sich nach ihren Waffengattungen sortierten, so gab es Klassen für Reiter, Fußsoldaten, Musiker und so weiter. Man kam mindestens einmal im Jahr auf dem Marsfeld zusammen, um den Konsul für das folgende Jahr und alle fünf Jahre die Zensoren zu wählen. Die Heeresversammlung war auch für die Wahl der den Konsuln unterstehenden Prätoren zuständig und in ihrer Hand lag auch die Entscheidung über Krieg und Frieden, sowie anfänglich die Strafjustiz über andere Bürger. Abgestimmt wurde nach Klassen und jede dieser Einheiten hatte eine Stimme. Die höheren Klassen der Vermögenden hatten deutlich weniger Mitglieder, de facto hatten diese ein größeres Gewicht an Entscheidungen. Kurz nachdem das Königshaus unterging wurde von dieser Versammlung auch der Praetor Maximus gewählt, der jedoch später durch die Konsuln ersetzte wurde.

Die Comitia Populi Tributa war die Versammlung, die es zur Aufgabe, hatte die unteren Magistrate zu wählen. Hier waren ebenfalls die Plebejer und die Patrizier vertreten und waren in 35 Stämme (Tribus) eingeteilt. Die waren die Einheiten, die die Römer zu Verwaltungszwecken errichtet haben. Es gab insgesamt vier städtische und 31 ländliche Tribus, doch die Mehrzahl der Menschen lebte in der Stadt selbst, so dass den ländlichen Einheiten ein größeres Gewicht zu kam. Man traf sich im Comitium auf dem Forum Romanum und bestimmte die patrizischen Ädile, die Quästoren und die Militärtribunen. In der Zeit vor den ständigen Gerichtshöfen war man hier zur Rechtsprechung aufgefordert.

Das Concilium Plebis war die Stammesversammlung der Plebejer, an der die Patrizier nicht Teilnehmen durften. Sie wurde von den Volkstribunen einberufen und trafen sich am gleichen Ort, wie die vorherige Versammlung. Diese Zusammenkunft war neben der Heeresversammlung die gesetzgebende Instanz, außerdem wurden die plebejischen Ädile und die Volkstribune gewählt. Zudem wurden hier wie in der Comitia Populi Tributa Recht gesprochen, später wurden die Mitglieder der Gerichte gewählt.

Ämter
Im Allgemeinen unterlagen die Ämter der Römischen Republik gewissen Prinzipien, die einen Missbrauch verhindern sollten. So durften alle Ämter nur ein Jahr ausgeübt werden (Annuität) und wurden immer von mehreren gleichberechtigten Beamten bekleidet, außer beim Diktator (Kollegialität). Eine zweite Amtszeit, die direkt an die erste anschloss wurde ebenfalls untersagt (Iterationsverbot – mindestens 2 Jahre Pause) und die Ämter mussten immer in einer bestimmten festgelegten Reihenfolge ausgeübt werden (cursus).

Die obersten gewählten Beamten des Magistrats waren die Konsuln. Diese Stelle wurde stets doppelt besetzt und jeder Konsul konnte bei Entscheidungen des anderen einschreiten. Voraussetzung zur Wahl war die Durchschreitung einer Ämterlaufbahn (Cursus honorum) und ein Mindestalter von 43 Jahren. Zusammen mit den Praetoren hatten die Konsuln das Imperium, das heißt die höchste Staatsgewalt, inne. Diese Beamten führten abwechselnd den Vorsitz im Senat und waren im Kriegsfall die Oberbefehlshaber und konnten einen Diktator ernennen, der maximal sechs Monate ohne Rechenschaft regieren durfte. Nach dem Ausscheiden aus diesem Amt wurden die Konsuln meist zu Zensoren.

Die Praetoren waren hauptsächlich für die Rechtsprechung verantwortlich. Dieses Amt wurde von sechs Würdenträgern bekleidet. Sie waren auch die Stellvertreter der Konsuln und Teilhaber am Imperium.

Die beiden Zensoren waren für die Aufsicht über die Sitten zuständig und sie sollten die Vermögen der einzelnen Bürger schätzen. Die Zensoren gingen nach ihrem Ausscheiden (Amtszeit 18 Monate) normalerweise in den Senat über.

Die patrizischen oder auch kurulischen Ädilen waren für die Polizeigewalt, die Marktaufsicht und für Feste zuständig.

Die vier Quästoren führten die Aufsicht über die Staatskasse, die sie zu verwalten hatten.

Alle diese Beamten konnten durch die ihnen Gleichgestellten aufgehalten (Jus intercedendi), oder durch die Versammlungen überstimmt werden (Provocatio).

Die Volkstribune waren für die Einberufung und Leitung der plebejischen Volksversammlung zuständig. Ihre Aufgabe war es das einfach Volk vor den Übergriffen der Aristokraten zu schützen und deren Position zu verteidigen. Diese Pflichten übernahmen bis zu zehn Volkstribune.

Eine weitere wichtige politische Instanz war der Senat. Er war das dauerhafteste Organ in diesem System und genoss sehr hohes Ansehen. Die Mitglieder dieses Hauses bestimmten die Richtlinien der Politik und konnten vielfältig in das System eingreifen. Der Wahlspruch der Römer beschreibt dieses Verhältnis sehr eindeutig: SPQR – senatus populusque Romanus. Eine weitere Aufgabe war die Ernennung eines Zwischenkönigs (Interrex), der nach dem Ausscheiden eines Konsuls dessen Amtsgeschäfte übernahm und Neuwahlen organisierte (Amtszeit maximal 5 Tage – zum Beispiel bei plötzlichem Tod beider Konsule).

Rom und die Herrschaft über Italien

Zu Beginn war Rom eine eher unscheinbare Stadt, die keinerlei politischen Einfluss über seine Grenzen hinaus hatte. Im Norden grenzten an das Territorium von Rom die etruskischen Städte Veii und Caere und im Süden lagen viele latinische Städte. Um 700 vor Christus kam es oft zu kleineren Konflikten mit diesen Nachbarn, doch es sollte sich eine weitere folgenreiche Entwicklung anbahnen. Die italischen Bergvölker übten zunehmend Druck auf die Städte in den Ebenen und an der Küste aus, sie gerieten immer öfter in Konfrontation mit den ansässigen Menschen. Die Hegemonie der Etrusker brach aus diesem Grunde zusammen und ab 474 vor Christus waren Latinum und Kampanien frei.

Rom und auch die anderen latinischen Städte konnte die Bedrohung aus den Bergen abwehren und schlossen sich im Latinischen Bund zusammen. Gegen den Widersacher Veii konnte sich Rom alleine behaupten. Sie eroberten die Stadt 396 vor Christus und annektierten das fruchtbare Land, um es an ihre eigenen Bürger zu verteilen. Das neue Staatsterritorium hatte sich nun verdoppelt und Rom hatte eine Vormachtstellung in Mittelitalien erobert. Um 390/387 vor Christus fielen die Senonen, ein gallischer Stamm, in römisches Territorium ein und konnten sogar nach der Schlacht von Allia die Stadt selbst zerstören.

In der Entwicklung dieser Stadt stellte dies eine kleine Zensur dar, die jedoch schnell überwunden wurde. Man machte sich sofort an den Wiederaufbau und zog eine große Schutzmauer um die Stadt. Nach diesen Bautätigkeiten war Rom eine der größten Städte in Italien. Es folgte eine Zeit von vielen Eroberungen und weiterer Expansion in Mittelitalien. Viele Gemeinden wurden dem römischen Staatsgebiet einverleibt und einige bekamen sogar das Bürgerrecht (381 vor Christus Tusculum – 353 vor Christus Caere).

Latinerkrieg

Das nächste größere Ereignis war der Latinerkrieg von 343 bis 338 vor Christus, an dessen Ende die Neuordnung der ganzen latinischen Region durch die Römer stand. Durch die hervorragende Stellung der Römer wurde der alte Latinische Bund aufgelöst und wenigen Städten wurde das eingeschränkte Bürgerrecht (civitates sine suffragio) verliehen, andere wurden durch einseitige Verträge an die kommende Großmacht gebunden.

Auf der italienischen Halbinsel war die Stadt Rom nun die wichtigste politische Macht, die jedoch nicht uneingeschränkt herrschen konnte. Eine besondere Bedrohung waren die gallischen Stämme, die sich in Italien weiträumig bewegten. Im Süden kam es zu Konfrontationen mit den expansionswilligen Samniten und Lucani. Auf Sizilien war die alles kontrollierende Macht Syrakus, die sich auch auf dem Festland engagieren wollte.

Samnitenkriege
Den entscheidendsten Faktor in Zukunft sollten die erwähnten Samniten spielen. Viele Städte, die sich von ihnen bedroht sahen wandten sich an Rom und baten um Hilfe. Zwischen 326 – 304 vor Christus kam es zum Samnitenkrieg, der für die Römer zunächst sehr bescheiden begann. Die Schlacht bei Caudium 321 vor Christus wurde verloren und einige weitere Niederlagen schlossen sich an. Im Jahr 320 vor Christus konnten die Samniten sogar Fregellae erobern.

Die Samniten handelten politisch geschickt, als sie sich mit den Etruskern verbündeten, jedoch konnte Rom im Norden durch einen Feldzug die Lage klären und Frieden mit den Nachbarn schließen. Im Süden gegen die Samniten ging der Krieg weiter, doch die Schlacht bei Bovianum 304 vor Christus brachte für die Römer die Entscheidung – sie hatten gewonnen. Es wurde ein Friede abgeschlossen, der den Status quo sichern sollte. Durch diesen Sieg gewann man in Rom an weiterem Selbstvertrauen und ging nicht nur mental gestärkt hervor. Viele strategische Stellungen wurden in Unteritalien errichten und man konnte die Position Roms in dieser Region festigen.

Lange sollte dieser Friede nicht währen. Schon 298 vor Christus kam es erneut zu einem Krieg zwischen Rom und den Samniten, Galliern und Etruskern. In diesem Konflikt war die Schlacht bei Sentium in Umbrien im Jahr 295 vor Christus von entscheidender Bedeutung – Rom trug den Sieg davon. Dennoch konnte erst fünf Jahr später (290 vor Christus) der endgültige Sieg durchgesetzt werden.

Nach diesen Erfahrungen war das römische Reich natürlich daran interessiert seinen Herrschaftsbereich zu stabilisieren und zu schützen. Die Vertreibung der Gallier aus Italien (285 vor Christus) war eines der wichtigsten Ereignisse in diesem Zusammenhang.

Pyrrhos von Epirus und die Römer
In Süditalien kam es aber zu einem Konflikt zwischen Rom und Tarentum, der die Römer zum ersten Mal in militärische Aktionen gegen Griechenland verwickeln sollte. Tarentum hatte sich mit dem griechischen Herrscher Pyrrhos von Epirus verbündet und bat diesen um Hilfe. Diesem gelang es sogar sein Heer auf die italienische Halbinsel überzusetzen und dank seiner fortschrittlichen Armee bis in die Region Latinum vorzudringen. Doch konnte er nur drei verlustreiche und unnütze Siege erringen (280 / 279 / 275 vor Christus), die man heute noch sprichwörtlich als “Pyrrhossiege” bezeichnet. Als Eindringling in einem fremden Land war er darauf angewiesen, dass die einheimischen Städte ihn unterstützten. Doch das römische Bündnissystem war so erfolgreich, dass er sich 275 vor Christus zurückziehen musste. Nun war der Weg für Rom frei und Tarentum wurde 272 vor Christus Teil ihres Territoriums.

In der nun folgenden Zeit wurden an strategischen Plätzen viele Kolonien gegründet, um den Einfluss Roms sicherzustellen. Am Ende dieser Entwicklung steht Italien als eine politische Einheit unter der Führung Roms. Außer Hannibal dem Karthager sollte es für sehr lange Zeit keine äußeren Angriffe auf diese Einheit geben und damit war der Aufstieg Roms zur Weltmacht möglich.

Rom und Karthago
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts war Karthago eine Seemacht, die hauptsächlich auf ihre überlegene Flotte baute. Die waren zudem eine reiche Handelsmacht und hatten ein Bündnissystem aufgebaut, wodurch sie ihren Einfluss in Nordafrika, Südwestspanien, Korsika, Sardinien und Sizilien sicherstellen konnten.

Auf der Insel Sizilien, das eine zentrale Stellung im System der Karthager inne hatte, kam es zu einem schweren Konflikt. Im hellenistischen Zeitalter waren die griechischen Städte stets auf Expansion aus, so auch Syrakus. Es kam es zu einer Konfrontation zwischen Karthago und Syrakus, die den griechischen Feldherr Pyrrhos (er war gerade in Italien mit Rom beschäftigt) um Hilfe baten. Nachdem er die Römer vorerst ausgeschaltet hatte, zog er nach Sizilien und konnte die Karthager ebenfalls besiegen. Gerade als er eine Invasion nach Afrika vorbereiten wollte, kam es zu Problemen auf der italienischen Halbinsel und Pyrrhos musste sich zurückziehen. Nach dem Tod des syrakusanischen Herrschers Agathokles übernahmen dessen Söldner, die sich Mamertiner nannten, die Stadt Messana und terrorisierten die ganze östliche Insel. Diesen Zustand konnte Syrakus nicht dulden und rüstete sich für einen Kampf. Hieron aus Syrakus konnte im Kampf mit den Mamertinern entscheidenden Einfluss gewinnen und belagerte kurz darauf die Stadt Messana. Die Einwohner der bedrohten Stadt wandten sich hilfesuchend an Rom und Karthago. Die Römer beschlossen diese Stadt in ihr Bundesgenossensystem aufzunehmen und entsandten ein Heer. Bevor dieses Heer angekommen war, hatte ein karthagischer Admiral (eventuell schon 269) seine Leute in der Stadt stationiert.

Der erste Punische Krieg (264 – 241 vor Christus)
Nun kam es zum Konflikt zwischen den beiden Großmächten. Die Römer hatten Interesse daran ihr Einflussgebiet in Süditalien zu schützen und Karthago wollte die strategischen Stellen auf Sizilien halten, desweiteren fühlten sich die Latiner bedroht durch die Nähe des Gegners. Rom intervenierte nun ab 264 vor Christus auf Sizilien und der erste Punische Krieg begann.

Dieser erste große internationale Konflikt, dem sich Rom stellen musste, tobte hauptsächlich auf Sizilien. Sie Syrakussaner hatten die Seiten gewechselt und kämpften mit Rom gegen Karthago. In Rom erkannte man, dass nur eine große Flotte die Entscheidung gegen die Seemacht Karthago bringen könne. Nach dem genügend finanzielle Mittel, auch durch private Spenden, den Aufbau einer Flotte ermöglichten, konnte Rom nun zur See angreifen. Die erste Seeschlacht verlief nicht optimal und war eine bittere Niederlage. Doch schon die nächste konnten die Römer für sich entscheiden. Sie setzten zunehmend auf eine neue Taktik: die Schiffe wurden geentert und dann kämpfte man wie an Land. Die Seeschlacht von Mylae (260 vor Christus) verlief erfolgreich für Rom und steigerte das Selbstbewusstsein zur See.

Nun versuchte man auf römischer Seite den Krieg nach Afrika zu verlagern und man begann mit einer Invasion, die jedoch grandios scheiterte (Schlacht bei Tynes 255 vor Christus). Die Verluste konnten in sehr kurzer Zeit kompensiert werden, nicht zuletzt wegen der überlegenen Ressourcen und finanziellen Mitteln.

Erneut rückte wieder Sizilien in das Zentrum des Krieges. Die Karthager hatten in ihrem Land Probleme mit den benachbarten Numidern und konnten keinen großen Widerstand organisieren. Doch ab 251 vor Christus intensivierten sich die Bemühungen Karthagos auf Sizilien und man konnte sogar eine große Armee entsenden. Diese wurde aber bei der Schlacht um die Stadt Panormos vernichtend geschlagen.

Nach einigen wechselvollen Kriegsjahren übernahm Hamilkar Barkas ab 247 vor Christus den Oberbefehl über die karthagischen Streitkräfte, der zuerst Erfolge feiern konnte. Beide Kriegsparteien waren mit ihren Ressourcen fast am Ende und Rom stelle ein letztes Flottenaufgebot zusammen, dass in der Seeschlacht bei der Insel Aigussa in Jahre 241 vor Chistus die endgültige Entscheidung brachte. Karthago war besiegt und Rom hatte seinen Einfluss enorm gesteigert.

Im nächsten Schritt trat man zu Friedensverhandlungen zusammen, die von den Römern dominiert wurden. Karthago wurde auferlegt, sich aus Sizilien zu entfernen und eine gewaltige Entschädigungszahlung an Rom zu leisten.

Wegen des Verlustes dieser Geldmengen, hatte man in Karthago das Problem, dass man die Söldner nicht ausbezahlen konnte. Diese begannen daraufhin einen Aufstand und brachten Karthago an den Rand eines Untergangs, denn nach dieser umfassenden Destabilisierung befreiten sich viele Städte von der Hegemonie.

Die Römer nutzten diesen Aufstand ebenfalls aus und konnten Sardinien und Korsika ihrem Machtbereich einverleiben. Die neuen Gebiete organisierten sie zu Provinzen, denen ein Prätor als Verwalter vorgesetzt wurde.

In dieser vergangenen Phase begann die Expansion Roms im Mittelmeerraum und auch das nächste Großereignis sollte folgen.

Der zweite Punische Krieg (218 – 201 vor Christus)
Die Karthager konnten mit viel Mühe die katastrophale Situation meistern und schafften es sich als Großmacht weiter zu behaupten. Durch die Einschränkungen, die Rom Karthago auferlegt hat, mussten sie sich ein anderes Betätigungsfeld suchen und neue Einnahmequellen erschließen. Ins Zentrum dieser Politik fiel die iberische Halbinsel, auf der die Nordafrikaner ihren Einfluss ausdehnten.

Der Feldherr Hamilkar drang immer weiter vor, sein Schwiegersohn Hasdrubal setzte diese Expansionspolitik nach seinem Tod fort. Später übernahm dann der Sohn des Hamilkar den Oberbefehl, er sollte einer der größten Feldherren der Antike werden – Hannibal.

Die Römer zeigten sich natürlich besorgt, als sie von der Stadt Massalia (Marseille) auf die karthagische Expansion aufmerksam gemacht wurden. Die beiden Großmächte konnten sich vorerst einigen und fixierten ihre Absichten im Ebro-Vertrag. Der Fluss Ebro bildete hier die Grenze, die die Karthager nicht überschreiten durften.

Schon nach kurzer Zeit kam es schon zu den ersten Grenzverletzungen. Die Römer unterhielten freundschaftliche Beziehungen zur Stadt Saguntum, die 219 vor Christus von Hannibal belagert und schließlich eingenommen wurde. An diesem Funken entzündete sich dann der zweite Punische Krieg, als Rom 218 vor Christus Karthago den Krieg erklärte.

Hannibal als gerissener Stratege fasste den Entschluss die Römer direkt in Italien anzugreifen und überquerte im Herbst die Alpen. Die Römer hatten in dieser frühen Phase des Kriegs noch keine Verteidigungsmaßnahmen ergriffen und damit standen Hannibal die Türen offen. Die Karthager konnten einen Erfolg nach dem anderen verzeichnen, zum Beispiel die Schlacht am Ticinus (218 vor Christus) und die Schlacht am Trasimenischen See (217 vor Christus).

Diese Erfolge waren hauptsächlich dem Aufbau der Armee zu verdanken. Der Schwerpunkt lag auf den Reitern, die den Gegner schnell umzingeln und vernichten konnten. Nach diesem Schema lief auch die berühmte Vernichtungsschlacht bei Cannae (August 261 vor Christus) ab, bei der 50.000 römische Soldaten ihr Leben verloren. Nach diesem beeindruckenden Sieg diskutierte man einen Angriff auf Rom selbst, doch Hannibal entschloss sich dagegen und versuchte das Bündnissystem seines Gegners zu zerbrechen. Jedoch entschieden sich nur wenige Städte die Seiten zu wechseln, darunter Tarentum um Capua.

Der griechische Osten begann sich nun für die Schlachtfelder im Westen zu interessieren. Philipp von Makedonien verbündete sich mit Karthago und erklärte Rom den Krieg. Die Römer schlossen allerdings schnell ein Bündnis mit den Aitolern in Griechenland und konnten so ein umfangreiches Eingreifen der Makedonen verhindern.

Die alte Strategie des Zauderers Fabius Maxiumus wurde nun überdacht und man griff die Karthager in Italien und Spanien direkt an, doch man versuchte Hannibal aus dem Weg zu gehen. Syrakus (212 vor Christus) und Tarentum (209 vor Christus) konnten zurückerobert werden und in Spanien verlief es ebenfalls erfolgreich. Als schließlich Capua zurück erobert wurde schien sich eine Wende im Krieg abzuzeichnen.

Im Jahre 207 vor Christus gelang es den Römern in der Schlacht am Metaurus eine Vereinigung von Hasdrubals und Hannibals Armeen zu verhindern. Man entschloss sich nun unter Publius Cornelius Scipio nach Afrika überzusetzen und Karthago direkt zu bedrohen. Nun wurde Hannibal nach Afrika zurückgerufen und erlitt 202 vor Christus in der Entscheidungsschlacht bei Zama eine bittere Niederlage. Rom war nun endgültig der Sieger dieses Konflikts.

Die Friedensbedingungen die Rom nun den Karthager diktierte, waren sehr viel härter als jene nach dem ersten Punischen Krieg. Die Flotte der Karthager musste ausgeliefert werden und sie wurden gezwungen ihre Einflusszonen in Spanien abzutreten. Die Römer annektierten diese Gebiete und richteten zwei weitere Provinzen ein, Hispania citerior und Hispania ulterior. Diese Eingliederung war die Folge rein wirtschaftlicher Interessen, da es dort große Eisen- und Silbervorkommen gab. Die Römer hatten einige Mühen mit der Befriedung der iberischen Halbinsel, welche erst unter Augustus komplett gesichert werden konnte. Eine weitere Auflage von Rom war die Entscheidung über Krieg und Friede in Karthago. Wollten die Einwohner Karthagos einen Krieg führen, mussten sie von nun an bei den Römern um Erlaubnis fragen. Dieser Schritt zeigt, dass die Römer kein Interesse hatten die Stellung einer anderen Großmacht zu übernehmen, dies sollte sich jedoch ändern.

Das Ende Karthagos (146 vor Christus)
Trotz dieser harten Auflagen konnte sich Karthago wieder erholen und erfuhr als Handelszentrum eine neue Blüte, die der Stadt einen gewissen Reichtum bescherte. Während dieser Phase begann Rom freundschaftliche Beziehungen zu den Numidern in Masinissa aufzubauen. Diese Numider begannen Karthago langsam unter Druck zu setzen, weil sie zunehmend die früher karthagischen Gebiete eroberten. Die Karthager suchten Schutz bei den Römern, diese trafen ihre Entscheidungen jedoch immer zugunsten von Masinissa.

Als nun die Numider erneut auf karthagischem Gebiet eine Plünderung durchführten, begann Karthago mit einem Angriff, dies stellte einen klaren Vertragsbruch dar. Im Jahre 150 vor Christus wurde im römischen Senat beschlossen, dass das karthagische Reich zerstört werden solle. “Ceterum censeo Carthaginem esse delendam” – “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.” (zugeschrieben: Cato der Ältere).

Im Jahre 149 vor Christus stach nun die römische Flotte in See und erreichte im selben Jahr die afrikanische Küste. Es war der Beginn einer dreijährigen Belagerung, an deren Ende innerhalb von sechs Tagen die Stadt erobert wurde. Anschließend wurde Karthago zerstört und die Römer streuten einer Legende nach Salz auf den Boden der Stadt, um eine unfruchtbare Gegend zu hinterlassen.

Sie errichteten die Provinz Africa in Nordafrika und ließen ab nun keine Großmacht mehr im Mittelmeerraum zu.

Rom und der griechische Osten
Schon zwischen dem ersten und zweiten Punischen Krieg kam es zu ersten Konfrontationen im Osten. Auf der gegenüberliegenden Küste der Adria setzten sich illyrische Piraten fest, die den Handel in dieser Region gefährdeten. Die Ardiäer unter Königin Teuta trieben diese Piraterie auf einen neuen Höhepunkt. Die Bündnisspartner Roms, die in dieser Gegend lebten und arbeiteten, sowie die eingerichteten Kolonien machten ihre Schutzmacht auf diese Entwicklung aufmerksam, die sogleich etwas unternehmen wollten. Rom intervenierte 229 vor Christus militärisch, konnte aber keinen nennenswerten Erfolg erringen. Nachdem die Piraterie 219 vor Christus erneut aufflammte wurde Rom wieder militärisch aktiv und die Illyrier suchten Schutz bei Philipp V. von Makedonien. Ein erster intensiver politischer Kontakt mit dem griechischen Osten.

Nach der verheerenden Schlacht von Cannae 216 vor Christus kam es zu einem Bündnis zwischen Karthago und Philipp V. von Makedonien. Die Römer konnten ein Eingreifen des Griechen verhindern, doch vergessen sollten sie dieses Bündnis nicht so schnell (erster Makedonischer Krieg). Nach dem zweiten Punischen Krieg, als die Gefahr Karthago beseitigt worden war, wandte man sich gen Osten. Rom unterhielt viele freundschaftliche Beziehungen zu einzelnen griechischen Städten.

Der zweite Makedonische Krieg (200 ? 197 vor Christus)
Doch bevor Rom die Bühne betrat, kam es zu einem kleinen Vorspiel. Im Jahre 204 vor Christus kam der sechsjährige Ptolemaios V. in Ägypten auf den Thron und wurde von mehreren Vormündern dominiert. Philipp V. aus Makedonien und Antiochos III., Herrscher des Seleukidenreichs, beschlossen aus dieser Schwäche ihren Vorteil zu ziehen. Die Seleukiden machen den Ptolemäern den Einfluss im heutigen Libanon und Palästina, sowie in Kleinasien streitig. Philipp hingegen versuchte seinen Machtbereich in der Ägäis auszubauen. Nun kam es zur Konfrontation zwischen dem Reich Pergamon, sowie der Handelsmacht Rhodos gegen Makedonien. Die beiden ersteren Mächte wandten sich an Rom und baten um Unterstützung, die sie auch bekamen. Rom war sicher nicht daran interessiert, dass Makedonien seine Geltung ausdehnte. Desweiteren wollte man den Makedonen das Bündnis mit Hannibal heimzahlen und den Einfluss dieser Großmacht beschneiden.

Das römische Militär setzte nach Griechenland über und drängte die Angreifer weit zurück. Eine entscheidende Bedeutung hatte der Feldherr Titus Quinctus Flaminius, der mit dem Wahlspruch “Freiheit für die Griechen” die ganze Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Im Jahre 197 vor Christus konnten die Römer den entscheidenden Sieg in der Schlacht von Kynoskephai erringen und danach zwangen sie den Makedonen ein harten Friedensvertrag auf. Die Flotte musste ausgeliefert werden und alle griechischen Städte wurden für frei erklärt. Die Monarchie in Makedonien blieb bestehen und die letzten römischen Legionen verließen 194 vor Christus tatsächlich Griechenland.

Diese Konstruktion der Freiheit für die Griechen barg jedoch ein großes Problem. Es kam zu sehr vielen Konflikten zwischen den griechischen Städten. Die Aitoler waren enttäuscht, dass sie keine Vorteile aus dem Bündnis mit Rom ziehen konnten und die griechischen Städte in Kleinasien wurden nun von den Seleukiden bedroht.

Rom gegen die Seleukiden
Rom versuchte mit diplomatischen Mitteln auf Antiochos einzuwirken, doch der wurde von dem Gedanken getrieben das alte Reich wieder herzustellen. Die Truppen des Antiochos landeten 192 vor Christus in Thessalien und brachten damit die wichtigen Meerengen in Gefahr. Also entschloss sich Rom zu einem Waffengang, der nur drei Jahre dauern sollte (191 – 188 vor Christus) und Rom den Sieg bei den Thermopylen (191) bringen sollte. Die Entscheidung viel jedoch erst 188 vor Christus in der Schlacht bei Magnesia. Antiochos musste sich zurückziehen und ihm wurden wie den Makedonen einige Vorschriften gemacht, zum Beispiel Rüstungsbeschränkungen. Pergamon war der Gewinner dieser Auseinandersetzung und stieg zur bedeutenden Mittelmacht dieser Region auf. Nun hatte Rom endgültig seinen Führungsanspruch in der Mittelmeerwelt durchgesetzt.

Der dritte makedonische Krieg (171 – 168 vor Christus)
Der Kern ihrer Politik war jedoch nicht die Eroberung von Gebieten im Osten, sondern das Zurückdrängen und ausschalten von Großmächten. Als Perseus 179 vor Christus König in Makedonien wurde, versuchte er andere Mächte gegen Rom zu verbünden. Doch in Rom konterte man sehr geschickt und mit diplomatischen Mittel erreichte man, dass Perseus später ohne Verbündete dastand. Als dann der dritte Makedonische Krieg begann, hatte Perseus einen sehr schweren Stand und Rom konnte in der Schlacht von Pydna 168 vor Christus den Sieg erringen.

Die makedonische Monarchie wurde abgeschafft und Rom erzwang einen großen Tribut. Dieses Handeln passt auch zu der späteren Zerstörung von Karthago (146 vor Christus), dass Rom ebenfalls nicht mehr als Widersacher duldete.

Rom als Weltmacht
Rom hatte zu dieser Zeit eine sehr gute Position. Sie hatten alle konkurrierenden Großmächte in ihre Schranken verwiesen und waren die unangefochtene Nummer Eins im Mittelmeerraum. Als Antiochos IV. versuchte ein neues Großreich zu schaffen, indem er Ägypten mit dem Seleukidenreich vereinen wollte, reichte eine Drohung aus Rom und Antiochos zog sich zurück.

Nach dem Ende der hellenistischen Reiche kam es zu chaotischen Zuständen. Die vielen kleinen Stadtstaaten konnten ihre Probleme untereinander nicht selbst regeln und wandten sich immer häufiger an Rom. Nun musste Rom den Schritt gehen, den sie ursprünglich vermeiden wollten – die Übernahme von direkter Herrschaft.

Im Jahre 148 vor Christus wurde Makedonien zur römischen Provinz Macedonia erklärt und die antirömische Stimmung erreichte einen neuen Höhepunkt. Es kam zur Eskalation zwischen den Griechen und Rom, in dessen Verlauf die Stadt Korinth 146 vor Christus zerstört wurde (genau wie Karthago!). Der Rest Griechenlands wurde nun Teil der makedonischen Provinz.

Rom konnte seinen Einfluss weiter ausbauen mit Hilfe einiger Erbschaften. Attalos III. von Pergamon (133 vor Christus) vermachte sein Reich den Römern, sowie die Ptolemäer die Kyrenaika (96 vor Christus) und Nikomedes IV. von Bithynien (74 vor Christus). Im Jahre 133 vor Christus wurde die Provinz Asia eingerichtet, die stets eine wichtige finanzielle Stellung im Römischen Reich einnahm.

Die beeindruckende Stellung Roms kam noch einmal ins Wanken, als Mithridates VI. von Pontus 88 vor Christus eine Offensive begann und Griechenland, sowie Kleinasien erobern konnte. Sulla gelang es jedoch zwischen 88 – 85 vor Christus den Angreifer zurückzudrängen und Roms alte Stellung wieder herzustellen.

Im Osten herrschten aber immer noch unklare – fast chaotische Verhältnisse, zu denen auch der Untergang des Seleukidenreich beigetragen hatte. Pompeius engagierte sich ab 67 vor Christus zunächst bei der Beseitigung der Piraterie, die eine Folge dieses politischen Zustandes war. Damit dies gelingen konnte musste er Kilikien in Kleinasien als Provinz Cilicia organisieren. Als er 63 über die Könige Mithridates VI. und Tigranes I. (ein Erbe der Seleukiden) siegte, konnte er den Osten reorganisieren. Er richtete die Provinzen Syria und Bithynia et Pontus ein und verbesserte die gesamte Infrastruktur. Desweiteren entstanden einige Klientelstaaten (Armenia, Cappadocia, Galatia, Colchis, Judaea), die von Rom abhängig waren und denen nur eine eingeschränkte Souveränität gewährt sowie Tributzahlungen gefordert wurden.

Das Ende der Republik
Rom und Reichtum
Bevor die Krise der römischen Republik sichtbar wurde, kam es zu einigen Entwicklungen, die diesen Prozess erst in Gang brachten und ihn letztendlich unabwendbar machten. Der Ursprung liegt in der weltpolitischen Lage des römischen Reiches. Man hatte große Teile des Mittelmeerraums unter seine Kontrolle gebracht und enorme Summen aus Kriegsentschädigungen, Tribute und sonstige Abgaben flossen nach Rom. Der neue Reichtum bewirkte indes eine weitere Differenzierung der Gesellschaft, die reicheren Bürger profitierten mehr als die anderen. Investiert wurde dieses Geld vor allem in Landbesitz, da dieser ein großes Prestige bedeutete und eine gute Sicherheit darstellte.

Natürlich beteiligten sich auch die herrschenden Senatoren an diesen Geschäften und nicht wenige stiegen zu Großgrundbesitzern auf. Man erkannte die Gefahren schon sehr früh und versuchte dem entgegen zu wirken, indem man eine Obergrenze für den Besitz von Land festlegte. Diese war jedoch nicht realistisch angesetzt und bot damit nur wenig Schutz. Durch den Zufluss von noch mehr Kapital und Arbeitskräften (Sklaven) wurde dieses System zusätzlich gespeist.

Nach dem zweiten Punischen Krieg erhielten viele Veteranen ein Stück Landbesitz in Süd- und Norditalien, welches ihnen zur freien Verfügung gestellt wurde.

Allmählich kam es zum Ende dieser großflächigen Agrarlandverteilung, da dieses Gut nicht unendlich vermehrt werden kann. Für die einzelnen Bauern gab es ein weiteres Problem, das schwere soziale Folgen haben sollte. Ein gemeiner Bauer bewirtschaftete so viel Land, wie er selbst zum Leben brauchte. Durch die Erbteilung wurde der Grundbesitz stets geteilt und gefährliche soziale Situationen entstanden. Auch auf den militärischen Sektor hatte diese Entwicklung Einfluss, denn die verarmten Bauern mussten, wegen des geringen Besitzes, aus dem Wehrverzeichnis gestrichen werden. Innerhalb der ärmeren Schichten gab es immer mehr Widerstand gegen die Wehrpflicht, da die Möglichkeit Beute zumachen oder einen Landbesitz zu erlangen, gering waren. Doch gerade das Militär war für die Stellung der Römer von großer Wichtigkeit und man war bestrebt eine Lösung zu finden.

Die Gracchen und der Wille zur Reform
Als Tiberius Sempronius Gracchus 133 vor Christus zum Volkstribun gewählt wurde, begann er damit eine Agrarreform durchzusetzen. Land des ager publicus (also des öffenlichen Raums) sollte ab 500 Morgen Fläche eingezogen und an Besitzlose verteilt werden. Da dies nur den öffentlichen Besitz betraf musste keiner Einschnitte bei seinem Eigentum befürchten, dennoch regte sich Widerstand. Ein großer Teil dieses Landes wurde von Großgrundbesitzern bestellt, die teilweise ein großes politischen Gewicht hatten (zum Beispiel Senatoren).

Obwohl die Frage der militärischen Stärke von zentraler Bedeutung für Rom war ließen die Senatoren die Abstimmung scheitern, indem sie einen Volkstribun ein Veto abgeben ließen. Der Nutzen dieser Reform ist auch heute noch umstritten, da das zu verteilende Land sehr begrenzt war.

Gracchus hatte de facto eine Niederlage erlitten, doch ließ er nun den Volkstribun von der Volksversammlung absetzen und setzte sich so gegen den Senat durch. Dies war ein Novum in der römischen Republik, dass ein Volkstribun gegen den Willen der Senatoren regierte. Der Senat blockierte weiterhin dieses Reformvorhaben, indem keine Finanzmittel bereit gestellt wurden. Die Gegenseite konnte diese Maßnahme nicht hinnehmen – der Schatz aus Pergamon, den die Römer gerade geerbt hatten, wurde nun dafür verwendet.

Als Gracchus anschließend seine Wiederwahl vorbereitete, eskalierte die Situation. Der Senat stürmte mit Gefolge die Wahlversammlung und erschlug Gracchus. Zum ersten Mal wurde eine politische Konfrontation in Rom mit Gewalt gelöst. Mit dem Ende ihres Schöpfers wurde die Agrarreform 129 vor Christus eingestellt.

Um 123/122 vor Christus wurde der jüngere Bruder des Reformators Gaius Gracchus zum Volkstribun gewählt und nahm die Reformen seines Bruders wieder auf. Jedoch wusste er um die Schwächen der Reform seines Bruders und setzte auf die Gründung von Kolonien. Desweiteren wurde die Schwächung des Senats vorangetrieben. Die Gerichtshöfe sollten nun nicht mehr mit Senatoren besetzt werden und die Stadtbevölkerung sollte mit subventionierten Getreidepreisen gebunden werden. Es bildete sich ein besonderes Verhältnis zwischen den Reformern und den Bundesgenossen heraus, so sollten die Bürger der latinischen Städte das römische Bürgerrecht und die Übrigen das Stimmrecht in der Volksversammlung erhalten.

Diese politische Schlacht konnte der Senat wieder für sich entscheiden: Sie erarbeiteten einen nicht ganz stichfesten Plan einer Kolonisation in Italien und nutzten den Egoismus der römischen Bürger, in der Frage der Bürgerrechtsverleihung für Bundesgenossen. Die Volksversammlung stimmte gegen Gracchus und eine Orgie der Gewalt begann, an deren Ende ein Blutbad mit 3000 Toten, darunter Gracchus, stand.

Optimaten und Popularen
Innerhalb des Senats kam es nun zu einer Spaltung in zwei Lager. Auf der einen Seite sammelten sich die Optimaten (optimates) und auf der anderen die Popularen (populares). Die Popularen wollten Reformen verwirklichen und enger mit dem Volk zusammen arbeiten, während die Optimaten an der alten Ordnung festhalten und den Senat stärken wollten.

Die politischen Probleme waren noch keineswegs gelöst und die anstehenden internationalen Auseinandersetzungen verschärften zudem die Situation. Die Optimaten konnten die Kriege gegen Numidien (112 – 105 vor Christus) und gegen die wandernden Germanen (113 – 101 vor Christus) nicht gewinnen.

In dieser Situation konnte sich Gaius Marius behaupten und eine zentrale Rolle einnehmen. Marius bekam nun den Oberbefehl über die Armee und beendete die beiden Kriege siegreich. Ein wichtiger Aspekt bei diesem Sieg war die Anwerbung von Besitzlosen als Soldaten. Diese Männer wollten nun natürlich mit einem Stück Land entlohnt werden und ihr Feldherr hatte dafür sorge zu tragen. Marius verbündete sich dazu mit Saturninus, dessen Volkstribunate (103/100 vor Christus) ganz in diesem Zeichen standen. Die Veteranen sollten ihr Land in Kolonien in Afrika, Sizilien, Griechenland und Makedonien, sowie Asia erhalten.

Wie schon bei den Gracchen stellte sich heftiger Widerstand ein und als ein Konkurrent Saturninus ermordet wurde, kam es zur Eskalation. Marius hielt sich zurück und der Volkstribun wurde ermordet. Es folgte eine Zeit der Wirren und zwischen Optimaten und Popularen tobte eine erbitterte Auseinandersetzung – doch die Probleme wurden so nicht gelöst.

Erst als 91 vor Christus der Optimat Marcus Livius Drusus sein Amt antrat, kam Bewegung in die Politik. Er hatte die Einsicht erworben, dass Reformen doch nötig sind und dass die Bundesgenossen in das System integriert werden müssen. Er verfolgte eine Politik des Gebens und Nehmens. Das Land der Bundesgenossen sollte an ärmere Bürger verteilt werden und dafür sollten sie das Bürgerrecht erhalten. Die Senatoren sollten ihr Richtermonopol wieder bekommen, dafür wurden aber 300 Senatorensitze für die Ritter geschaffen. Doch auch bei diesem Vorschlag regte sich heftiger Widerstand, vor allem im Senat. Am Ende wurde Drusus ermordet und seine Gesetzte aufgehoben.

In diesem Jahr kam es dann zur Auflehnung der Bundesgenossen gegen Rom (91 – 89 vor Christus), die einen eigenen Senat installierten und selbst einen Feldherren ernannten. Nach zwei Jahren Krieg entschied man in Rom, dass man den Bundesgenossen nun doch das Bürgerrecht erteilte.

Die Herrschaft des Sulla
In der Außenpolitik kam es nun ebenfalls zu einer gefährlichen Situation. König Mithridates von Pontus erklärte den Römern den Krieg. Das Kommando übernahm der Konsul Lucius Cornelius Sulla, der daraufhin von Marius herausgefordert wurde. Marius verbündete sich mit dem Volkstribun Gaius Sulpicius Rufus, der ihm den Oberbefehl verschaffte. Daraufhin marschierte Sulla gegen Rom und besetzte die Stadt. Seinen Gegner Rufus konnte er ermorden, doch Marius floh nach Afrika – die alten Gesetzte wurden aufgehoben.

Nun konnte sich Sulla gen Osten wenden und Mithridates in seine Schranken verweisen. Während seiner Abwesenheit erlangte jedoch Cinna das Amt eines Konsuls, der eine ähnliche Politik wie Rufus favorisierte. Zunächst konnte dieser Konsul vertrieben werden, doch im Exil verbündete er sich mit Marius und beide zogen nach Rom. Sie richteten ein Massaker unter den Senatoren an und konnten sich etablieren. Marius starb 86 vor Christus und Cinna wurde 84 vor Christus erschlagen, dennoch blieben die Popularen an der Macht.

Im Jahr 83 vor Christus kehrte der Feldherr Sulla zurück. Im Osten konnte er die Provinz Asia wieder herstellen und schloss einen Frieden mit Mithridates.

In Rom angekommen sicherte er sich durch Gewalt die Macht und ließ sich zum Dictator ernennen. Er errichtete eine Terrorherrschaft und ließ seine Gegner verfolgen, später ermorden. Desweiteren führte er eine Reform durch, die die Volkstribune entmachtete und den Senat stärkte. Die Subventionen für Getreide wurden aufgehoben und den Veteranen Land zugeteilt. Sulla starb 78 vor Christus und hinterließ eine Zeit voller Wirren.

Uruhen und der Spartacusaufstand (73 – 71 vor Christus)
Nachdem Sulla verstarb, kam es im Reich zu vielen Unruhen und Rom blieb nicht davon verschont. Es kam zu Kriegen in Spanien, im Osten behauptete sich erneut Mithridates und Piraten trieben ihr Unwesen.

Zu alle dem begannen einige Gladiatoren unter der Führung von Spartacus einen Aufstand. Sie flohen in den Süden und viele Sklaven verbündeten sich mit ihnen. Große Teile in Süditalien konnten sie unter ihre Kontrolle bringen. Sie wurden erst von Marcus Crassus 71 vor Christus aufgehalten. Pompeius gelang es 72 vor Christus den Krieg in Spanien zu beenden und eine wichtige Stellung im Reich einzunehmen.

Pompeius, Crassus und Caesar – das Triumvirat
Daraufhin übernahmen 70 vor Christus Pompeius und Crassus, der mittlerweile ein sehr reicher Mann war, das Konsulat in Rom und beschlossen die Gesetzte des Sulla aufzuheben. Pompeius konnte 67 vor Christus mit Hilfe eines Volkstribuns den Kampf gegen die Seeräuberplage aufnehmen und nach dessen erfolgreicher Beendigung durfte er die Armee in den letzten Krieg gegen Mithridates führen. Hier gelang ihm ebenfalls ein Sieg und damit fiel ihm die Aufgabe, den gesamten Osten des Römischen Reiches neu zu ordnen, zu.

Als Pompeius in das unruhige Rom zurückkam, verlangte er die Ratifizierung seiner Arbeit im Osten und Land für seine Veteranen, doch der Senat verweigerte dem Feldherrn seine Forderungen. Daraufhin ging er ein Bündnis mit Gaius Julius Caesar ein, der 59 vor Christus als popularer Konsul die Forderungen durchsetzten konnte. Zu diesen Beiden stoß 60 vor Christus Crassus – das erste Triumvirat. Dies war ein Bündnis des reichsten, des mächtigsten und des genialsten Politikers der Republik.

Caesar ließ sich die Provinzen Gallia Cisalpina, Illyrika und später Gallia Transalpina zuweisen. Im Jahre 58 vor Christus begann Caesar mit seinem Krieg gegen Gallien und konnte das ganze Land zwischen Atlantik und Rhein erobern. Nach einem Aufstand 52 vor Christus unter der Leitung von Veringetrix war ganz Gallien besetzt, ohne Ausnahme. Diese Eroberung stellte eine enorme Bereicherung für Caesar dar, der dadurch einen enormen Machtzuwachs erfuhr.

Im Jahr 55 vor Christus wurden Pompeius und Crassus als Konsuln wieder gewählt und ließen sich dann die Provinzen Hispania citerior und Hispania ulterior (Pompeius), sowie Syria (Crassus) zuteilen. Crassus begann recht bald einen Feldzug gegen das Reich der Parther, der jedoch 53 vor Christus mit einer Niederlage in der Schlacht von Carrhae endete, bei der Crassus umkam.

Als dann ebenfalls 53 vor Christus die Tochter des Caesars, die gleichzeitig die Frau von Pompeius war, starb, kam es zwischen den beiden zu einem schweren Konflikt, an dem letztendlich die Republik unterging.

In Rom wurde unterdessen Clodius, ein Anwärter auf das Konsulat, von Titus Annius Milo, einem Anhänger Pompeius, auf der via Appia ermordet. Aus diesem Grund brachen Unruhen in Rom aus und Pompeius wurde beauftragt für Ordnung zu sorgen. Er wurde zum Konsul ohne Kollegen gewählt und hatte damit eine zentrale Machtstellung inne. Die Popularen wurden aus dem Senat entfernt und Caesar war der letzte prominente Vertreter dieser Politik.

Dieser wartet ruhig in seinen Provinzen und hoffte auf sein nächstes Konsulat, doch er wurde frühzeitig abberufen und er hätte mit einer Verurteilung rechen müssen, falls er nach Rom gegangen wäre.

Der Bürgerkrieg (49 – 45 vor Christus)
Wegen der Gefahren, die auf Caesar aus Rom lauerten, begann er 49 vor Christus den Bürgerkrieg. Im Januar überschritt er den Rubicon mit den Worten “alea iacta est” (“der Würfel ist gefallen.”). Ohne Probleme konnte Caesar Rom und ganz Italien einnehmen. Pompeius war nach Griechenland geflohen und die meisten gegnerischen Senatoren hatten sich ebenfalls abgesetzt. Caesar folgte seinem Widersacher und konnte ihn in der Schlacht bei Pharsalos im Jahre 48 vor Christus besiegen. Der Unterlegene floh daraufhin nach Ägypten, wo er dann ermordet wurde.

Der Bürgerkrieg war jedoch noch lange nicht gewonnen, in Spanien und Afrika regte sich der Widerstand gegen Caesar. Doch als dieser 45 vor Christus in der Schlacht bei Munda in Spanien die Söhne des Pompeius besiegte, endete der Bürgerkrieg.

Die Diktatur und das Ende Caesars (46 – 44 vor Christus)
Caesar war ein sehr geschickter Politiker und leitete viele wichtige Reformen ein. Ein neuer Kalender, eine Bibliothek und viele Gesetzesänderungen gehörten zu seinen Anliegen. Im Jahre 46 vor Christus ließ er sich nach der Rückkehr aus Ägypten zum Diktator für 10 Jahre und nach dem Bürgerkrieg zum Diktator auf Lebenszeit ernennen. In der Wissenschaft wird heute noch spekuliert, ob Caesar versuchte eine Monarchie zu etablieren. Sein früher Tod ließ dies nicht zu und erst sein Nachfolger sollte diese Aufgabe bewältigen.

Unter den Senatoren gab es einen Kreis, der sich gegen den Diktator verschwor und ihn an den Iden des März (15. März) 44 vor Christus in einer Sitzung erstach.

Der Aufstieg des Octavian
Die Hauptschuldigen Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Langius konnten sich nicht in Rom halten und mussten in den Osten des Reichs fliehen. Caesars Nachfolger wurde sein 19jähriger Großneffe und Adoptivsohn Gaius Octavius. Nachdem er das Erbe angenommen hatte, wandelte er seinen Namen in Gaius Julius Caesar um und wurde fortan als “der junge Caesar” bezeichnet

In dieser Zeit wurde Marcus Antonius Konsul ohne Kollege, der zusammen mit dem jungen Caesar und Marcus Aemelius Lepidus das zweite Triumvirat einging (43 vor Christus). Die dringendsten Aufgaben dieses Bündnisses waren die Beseitigung von Gegnern und die Reorganisation der Republik. Die erste Aufgabe wurde sehr gewissenhaft erledigt: Im Jahre 43 vor Christus wurde Cicero ermordet und 42 vor Christus konnte man in der Schlacht von Philippi in Makedonien die Caesarenmörder besiegen, die daraufhin Selbstmord begingen.

Als diese erste Phase vorüber war kam es zum Streit zwischen den Verbündeten Marcus Antonius und Octavian. Antonius trat einige Gebiete, die zum römischen Reich gehörten den Ptolemäern in Ägypten ab. Dieses Verhalten ist wohl auf seine Liebesbeziehung mit Kleopatra zurückzuführen. Octavian konnte diese Gebietsabtretungen nicht dulden und erklärte Ägypten den Krieg. Im Jahre 31 vor Christus gewann er die entscheidende Schlacht bei Actium in Griechenland und folgte seinem ehemaligen Partner nach Ägypten. Ein Jahr später, 30 vor Christus, wurde die Hauptstadt des Ptolemäerreiches Alexandria eingenommen. Kleopatra und Marcus Antonius begingen kurz darauf Selbstmord.

Ägypten wurde nun 30 vor Christus eine römische Provinz und Octavian war der uneingeschränkte Herrscher des römischen Imperiums. Jedoch erwies sich das ganze republikanische System in der Vergangenheit als wenig stabil und Octavian sollte ihm in der kommenden Epoche eine neue feste Form geben – das Kaisertum.