Hellenismus

Überblick: Hellenismus

Die Epoche des Hellenismus zeichnet sich besonders durch die enorme Expansion der griechischen Kultur aus. Das wohl wichtigste Ereignis in diesem Zusammenhang war die Eroberung des persischen Weltreichs unter Alexander dem Großen. Der Beginn dieser Epoche wird mit dem Regierungsantritt (336 vor Christus) dieses außergewöhnlichen Herrschers gleichgesetzt. Der Abschluss des Hellenismus lässt sich nicht so einfach festlegen. Das politische Ende kann man mit der Eingliederung des letzten hellenischen Reiches (30 vor Christus) in das römische Imperium veranschlagen. Doch kulturell wirkte diese Epoche noch sehr weit in die römische Kaiserzeit hinein. Erst mit der Verbreitung des Islam geriet auch der Hellenismus zunehmend in den Hintergrund, dennoch zehren wir heute noch von dieser reichen und schöpferischen Kultur.

Alexander der Große

Im Jahre 336 vor Christus wurde König Philipp II. von Makedonien ermordet. Seinem Nachfolger hinterließ er ein Reich, dass den Höhepunkt seiner bisherigen Macht erreicht hat. Philipp II. plante schon seit 337 vor Christus einen Feldzug gegen die Perser, der durch seinen Tod jedoch an seinen Erben weiter gereicht wurde. Seinem Sohn Alexander (später: der Große) sollte diese Aufgabe zufallen.

Der junge Herrscher war genau die richtige Besetzung, denn sein Selbstbewusstsein war enorm. Er sah sich als Nachkomme des Herakles (väterlicherseits) und des Achilles (mütterlicherseits), den beiden größten Helden der griechischen Sagenwelt. Sein ganzes Tun war in dieses mythische Gedankenkonstrukt eingebettet. Einen wichtigen Anteil an diesen mentalen Voraussetzungen hatte sein Lehrer Aristoteles, der ihm die Welten der Ilias und Odyssee näher brachte.

Seine Herrschaft konnte der neue König nach dem Tod seines Vaters sehr schnell etablieren. Gegen Widersacher und Abtrünnige zeichnete sich Alexander durch besonders harte Bestrafungen aus, so gegen die Stadt Theben, die nach einer Revolte zerstört wurde.

Nach gründlichen Vorbereitungen begann der Feldzug gegen die Perser im Jahr 334 vor Christus. Die Regierungsgeschäfte in der Heimat vertraute er seinem Statthalter Antipatros an, der schon seinem Vater diente. Alexanders Armee bestand aus 37.500 Mann, davon ca. 5.500 Reiter. Dieses Aufgebot war zahlenmäßig den Persern stark unterlegen, deshalb kümmerte sich der persische Großkönig Dareios III. vorerst nicht persönlich um dieses Ereignis, sondern schickte seine Satrapen vor.

Am Fluss Granikos erwartete Alexander ein großes Aufgebot und im Mai 334 vor Christus kam es hier zur Schlacht. Der junge Feldherr griff ganz in der Tradition der alten griechischen Helden von der Spitze seiner Armee aus an und suchte die Konfrontation mit dem Gegner. Trotz seiner quantitativen Schwäche konnte Alexander diese Schlacht gewinnen und wurde damit der Herrscher über fast ganz Kleinasien. Auch an dieser Stelle ging er sehr hart gegen Aufständische vor; auf der anderen Seite zeigte er sich sehr großzügig gegenüber seinen Anhängern. In dieser Phase hatte natürlich die Konsolidierung seiner Macht in den eroberten Gebieten Vorrang.

Den Winter 334/333 vor Christus verbrachte er in der Stadt Gordion, aus der uns eine berühmte Legende über Alexander überliefert ist (“Der gordische Knoten”). Auf der Burg dieser Stadt befand sich ein Streitwagen, der durch einen sehr komplizierten Knoten zusammen gehalten wurde. Derjenige, der diesen Knoten lösen könne, solle Herr über ganz Asien werden. Alexander durchschlug ihn kurzerhand mit dem Schwert.

Diese Niederlage konnte der Großkönig von Persien nicht hinnehmen und zog dem makedonischen Feldherren entgegen. Im November 333 vor Christus kam es zur Entscheidungsschlacht bei Issos, bei der die Perser trotz deutlicher Überzahl erneut besiegt wurden. Alexanders Taktik den König direkt anzugreifen zahlte sich aus, dieser musste fliehen. Die phönikische Küste fiel nun dem Einflussbereich der Makedonen zu. Dareios III. bot Alexander nun eine Teilung des Reiches an, doch dieser schlug das Angebot aus – Alexander wollte die Weltherrschaft.

In Ägypten wurde Alexander der Große zum Pharao ernannt und gründete daraufhin 331 vor Christus die Stadt Alexandria. Er zog immer weiter nach Westen zur Oase Siwa, um die sich viele Sagen und Legenden im Zusammenhang mit Alexander ranken.

Einige Zeit später machte sich Alexander wieder auf den Weg Richtung Persien. Dareios III. hatte sich inzwischen wieder ein neues Heer aufgebaut. Er war nun mit 240.000 Mann und etlichen Kriegselefanten unterwegs; auf Alexanders Seite standen 35.000 Soldaten und 7.000 Reiter. Zwischen diesen beiden Armeen kam es am 1. Oktober 331 vor Christus zur alles entscheidenden Schlacht von Gaugamela. Wieder griff Alexander von der Spitze seiner Armee das Zentrum an und zwang den Großkönig erneut zur Flucht. Nach der Schlacht wurde er noch auf dem Feld von seinen Gefährten zum “König von Asien” ausgerufen.

Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums konnte Alexander auch andere wichtige Städte (Babylon, Susa, Persepolis) einnehmen. Im Mai 330 vor Christus wurde der Palast von Persepolis zerstört, was wohl die Folge eines Trinkgelages mit Alexander war.

Der entmachtete persische König wurde im Sommer 330 von einem seiner Satrapen ermordet. Alexander ließ den Mörder bestrafen und bestattete Dareios III. mit allen königlichen Ehren. Der neue Herrscher stellte sich ganz in die Tradition der alten Könige. Diese vermeintliche Allianz mit dem früheren Feind führte oft zum Konflikt mit einigen seiner Offizieren, die er hart ab strafte (Mord an Philotas / Mord an Kleitos im Alkoholrausch – später Reue).

Nicht lange danach ereignete sich der Vorfall mit Kleitos. Wenn man ihn so zusammenhanglos hört, erscheint er einem noch grausamer als das Vorgehen gegen Philotas. Betrachtet man jedoch mit Überlegung den Anlaß und den Zeitpunkt, dann kommt man zu der Auffassung, daß der König diese Tat nicht mit Vorsatz getan hat, daß es vielmehr eine Verkettung unglücklicher Umstände war, da er dem bösen Dämon des Kleitos durch die Stimmung der zornigen Erregung und der Trunkenheit freie Bahn schuf. Abgespielt hat es sich folgendermaßen. […] Kleitos, der dem Wein schon reichlich zugesprochen hatte und von Natur aus jähzornig und starrsinnig war, zeigte ganz besondere Empörung und erklärte, es sei keine feine Art, in einem Kreis von Barbaren und Feinden sich über die Makedonen lustig zu machen, die immer noch viel besser seien als die, die jetzt über sie lachten, auch wenn sie einmal Pech gehabt hätten. Alexander sagte darauf, Kleitos rede wohl in eigener Sache, wenn er Feigheit als einen Unglücksfall hinstelle. Da sprang Kleitos auf und rief: “Diese Feigheit hat dem Göttersohn das Leben gerettet, als er schon dem Schwert des Spithridates den Rücken zukehrte! Und durch das Blut der Makedonen und durch diese Wunden hier bist du so groß geworden, daß du dich zum Sohn des Ammon machst und Philipp verleugnest!” Wutentbrannt erwiderte Alexander: “Du elender Kerl, du glaubst wohl, ich werde mir das lange gefallen lassen, daß du bei jeder Gelegenheit solche Dinge von mir erzählst und die Makedonen aufhetzt?” “Nun, es gefällt uns jetzt auch nicht, Alexander”, sagte Kleitos, “daß wir einen solchen Lohn für unsere Mühen davontragen, und wir preisen alle die glücklich, die gestorben sind, bevor sie sehen mußten, wie Makedonen mit persischen Ruten ausgepeitscht werden und wir bei Persern um Einlaß bei unserem König betteln müssen!” Eine solche Sprache wagte Kleitos zu führen. […] Jetzt riß Alexander einem der Türwächter die Lanze aus der Hand und durchbohrte Kleitos, der ihm entgegenkam und gerade den Vorhang vor der Tür wegzog. Er sank mit Seufzen und Stöhnen zu Boden. (Plutarch, Alexander 50-52)

Nicht nur in den eigenen Reihen kam es zu Konflikten, zudem regte sich bei einigen ostiranischen Stämmen der Widerstand. Alexander wurde nun gezwungen auch hier am Hindukusch aktiv zu werden – nach kurzer Zeit konnte er sich hier durchsetzten.

Ganz dem Gedanken verhaftet die Weltherrschaft zu erlangen, begann Alexander der Große im Sommer 327 vor Christus seinen Indienfeldzug. Zunächst ging es gegen Punjab in Pakistan, wo er den indischen König Poros besiegte. Die neue Grenze des makedonischen Reiches lag nun hinter dem Indus, doch erkannte man nun, dass das Ende der Welt, also der Okeanos, noch sehr weit entfernt war. Es verbreiteten sich auch Gerüchte von immer stärkeren Gegnern auf dem Weg dorthin. Unter diesen Voraussetzungen begannen die Truppen des siegreichen Königs zu meutern und dieser wurde dadurch zur Umkehr gezwungen. Alexander folgte dem Lauf des Indus bis zum Indischen Ozean und versuchte nun die Küste entlang nach Westen zurückzukehren. Die Flotte auf See sollte vom Heer an Land ernährt werden, doch diese hatten selbst Versorgungsprobleme in der Wüstenlandschaft. Nur rund 25% überlebten diesen Marsch, der 324 vor Christus in Susa endete. Diese Ankunft markiert auch das Ende des berühmten Alexanderzugs.

Alexander war gerade dabei einen Feldzug gegen die arabische Halbinsel vorzubereiten, als er plötzlich erkrankte und kurz darauf am 10. Juni 323 vor Christus mit 33 Jahren verstarb. Über die genaue Todesursache wurde sehr viel spekuliert, von West-Nil-Fieber, Malaria, Vergiftung, Schlaganfall oder übermäßiger Alkoholkonsum; einig ist sich die Wissenschaft nicht.

Die Diadochenkriege – Alexanders Nachfolge

Der erste Diadochenkrieg

Nachdem Alexander der Große verstorben war, existierte ein riesiges Reich und kein eindeutiger Nachkomme. Seine Frau Roxane gebar nach dem Tod Alexanders einen Sohn und legitimen Nachfolger  – Alexander IV., der zusammen mit dem geistig behinderten Halbbruder des Vorgängers die Regierung übernehmen sollte – beide sollten später ermordet werden. Perdikkas (Alexanders nächster Vertrauter) wollte um jeden Preis die Einheit des Reichs bewahren und sich selbst als Reichsverweser einsetzten.

Die anderen Diadochen (diadochos), bestehend aus den mächtigsten Gefährten (Antipater – Stellvertreter in Makedonien; Krateros – Verweser des makedonischen Königtums; Antigonos – Stellvertreter in Großphrygien, Lykien und Pamphylien; Ptolemäus – Stellvertreter in Ägypten), verbündeten sich gegen Perdikkas und begannen 322 vor Christus den ersten Diadochenkrieg gegen ihn. Perdikkas wurde ermordet und der Feldherr Seleukos konnte sich in die erste Reihe drängen. Am Ende des ersten Diadochenkrieges standen fünf Machtblöcke: Antipater in Makedonien, Lysimachos in Thrakien, Antigonos I. Monophthalmos in Kleinasien, Ptolemäus I. Soter in Ägypten und Seleukos I. Nikator in Babylon.

Die weiteren Diadochenkriege

Antipater konnte die Nachfolge als Reichsverweser antreten, wurde aber schon 319 vor Christus ermordet. Um sein Erbe entbrannte nun der zweite Diadochenkrieg, die sich als eine wirre Zeit von Zweckbündnissen und Gegenbündnisse auszeichnet. Es gab keine Erfolge und der dritte Diadochenkrieg begann nach dem gleichen Muster. Der vierte Diadochenkrieg lief ähnlich ab und am Ende waren vier Großreiche entstanden, die eine gewisse Stabilität bewahrten. Nach weiteren Kämpfen (dem fünften und sechsten Diadochenkrieg) endete die Zeit der Nachfolgekriege und es hatten sich drei stabile Großreiche gebildet, die bis zur Dominanz Roms bestand haben sollten.

Die hellenistischen Reiche

Die Erben des Alexanderreiches waren die Ptolemäer in Ägypten, die Seleukiden in Asien und die Antigoniden in Makedonien und Griechenland. Zwischen diesen Reichen herrschte ein Gleichgewicht, was eine gewisse Stabilität bot. Die einzelnen Herrscher nutzten natürlich jede Gelegenheit auf die Kosten der anderen zu expandieren. War ein Reich nach dem Tod seines Königs geschwächt, nutzten die anderen sofort die Situation aus, um militärisch zu intervenieren.

Das Reich der Ptolemäer

Die Ptolemäer kontrollierten neben ihrem Kernland Ägypten auch Teile der Levanteküste, Zypern, Teile in Kleinasien und einige Inseln. Die Nordafrikanische Stadt Kyrene gehörte ebenfalls zu ihrem Einflussbereich.

Die Hauptstadt war Alexandria in Ägypten, von dort aus wurden die 40 kleineren Provinzen (nomoi) kontrolliert. Jedes dieser Teile hatte einen Verwalter, der dem obersten Verwalter (Dioiketes) unterstand.

Das Recht Steuern zu erheben und einzuziehen wurde an den Höchstbietenden versteigert, was zu einem sehr effizienten Steuersystem führte.

Das Reich der Seleukiden

Die Seleukiden beherrschten fast ganz Asien und hatten deshalb mit einer sehr gemischten Bevölkerung zu kämpfen. Andererseits waren die Menschen hier eher bereit einen Alleinherrscher anzuerkennen, da sie keine andere Form der Obrigkeit kannten. Die Könige des Seleukidenreichs waren nicht hauptsächlich darauf aus den Hellenismus zu verbreiten, sondern sie bedienten sich an allem was ihre Macht festigte. Ihre Organisation baute stark auf der alten Ordnung der Perser auf. An der Spitze Stand der König, dem der Oberste Verwalter, der Vezir, direkt unterstand. Das Reich war in Satrapien eingeteilt, an deren Spitze der Satrap oder Stratege herrschte. Jede dieser Reichseinheiten hatte eine eigene Verwaltung.

Das Reich der Antigoniden

Die Antigoniden waren die Herren in der Heimat Alexanders. Sie geboten über Makedonien, Thrakien und weite Teile Griechenlands. Ihr System war auf die kleinste politische Einheit – die Polis – ausgerichtet. Nachdem sie 232 vor Christus das kleine Reich des Pyrrhos von Epirus unter ihre Kontrolle bringen konnten war ihre Macht über Griechenland gesichert.

Hellenistische Konfrontation

Alle hellenistischen Reiche waren wie schon erwähnt auf Expansion bedacht. Besonders die Ptolemäer in Ägypten zeichneten sich durch eine aggressive Politik aus. Ptolemaios II. und Antiochos I. aus dem Seleukidenreich gerieten zwischen 275/274 und 271 vor Christus aneinander. Dieser blutige Konflikt wurde der erste syrische Krieg genannt.

Von 268 – 262 vor Christus kam es zum chremonideischen Krieg, bei dem die Ptolemäer einen Aufstand der Spartaner und Athener unter Areus gegen die makedonische Hegemonie unterstützten. Der makedonische König Antigonos Gonatas konnte diesen Angriff abwehren.

Kurz darauf kam es zum zweiten syrischen Krieg von 260 – 253 vor Christus, als die Ptolemäer nach dem Tod des Seleukidenkönigs Antiochos I. Syrien angriffen.

Auch der dritte syrische Krieg – Laodikekrieg – war eine Auseinandersetzung dieser beiden Machtblöcke. Dieser Konflikt begann seine Entwicklung schon beim Friedensschluss des letzten Krieges. Teil der Vereinbarung war, dass Antiochos II. die Tochter des Ptolemaios II., Berenike die Jüngere, heiraten musste und seine Frau Laodike verlassen sollte. Im Jahr 246 vor Christus kehrte er jedoch zu Laodike zurück, doch diese vergiftete ihn und seine ägyptische Frau kurz darauf. Auf der anderen Seite verstarb Ptolemaios II. fast zeitgleich. Nun begann der Krieg zwischen Ptolemaios III. und Laodikes Sohn Seleukos. Dieser konnte Asien nur mit Mühe halten und einige Teile (Baktrien & Parthien) im Osten waren von nun an unabhängig. Die ägyptischen Herrscher gingen aus diesem Konflikt gestärkt hervor.

Seleukos II. hatte jedoch weiterhin schwere interne Probleme zu meistern. Er musste hinnehmen, dass sein Bruder Antiochos Hierax in Kleinasien ein eigenes Reich etablieren wollte. Antiochos Hierax wurde dann aber von Attalos von Pergamon aus Kleinasien vertrieben und dieser gründete 238 vor Christus das Reich von Pergamon.

Auf europäischem Boden kam es unterdessen ebenfalls zu Konflikten. Viele griechische Polis verbündeten sich gegen die Hegemonialmacht aus Makedonien. Die Regentschaft hat dort mittlerweile Demetrios II. (239 – 229 vor Christus), der Sohn Antigonos Gonatas, übernommen. Als dieser jedoch 229 vor Christus verstarb übernahm Antigonos Dosan die Amtsgeschäfte, stellvertretend für den minderjährigen Philipp V. Der Verweser bekam die Situation wieder unter Kontrolle und konnte die eigene Position ausbauen (Kleomeneskrieg). Nach dem Tod des Vormunds 222 vor Christus konnte Philipp V. das Amt seines Vaters übernehmen.

Unter Philipp V. kam es zu den ersten Auseinandersetzungen mit den Römern. Daraufhin ging Philipp ein Bündnis mit den Karthagern ein, um von der Schwächung des römischen Reiches nach der Schlacht von Cannae zu profitieren. So kam es zwischen Makedonien und Rom zum Krieg – erster makedonischer Krieg (215 – 205 vor Christus). Die Römer konnten sich mit den Aitolern verbünden und nach dem Sieg vereinbarte man den Frieden von Phoinike.

Der makedonische Herrscher hatte keine Zeit sich auszuruhen. Gleich musste er wieder nach Osten blicken, wo Antiochos III., nach der Niederlage gegen die Ptolemäer (vierter syrischer Krieg 219 – 217 vor Christus), in Kleinasien viele militärischer Erfolge feierte.

Der Einfluss Roms

Ptolemaios IV. aus Ägypten verstarb 204 vor Christus. In Alexandria kam es zu schweren Unruhen und der legitime Nachfolger war gerade erst 6 Jahre alt. Diese Situation nutzten die beiden anderen hellenistischen Reiche um zu expandieren. Antiochos III. konnte im fünften syrischen Krieg (202 – 200 vor Christus) Judäa und Syrien erobern. Philipp V. hatte ähnliche Erfolge in Kleinasien und im Ägäisraum zu verzeichnen. Die Insel Rhodos sah sich gefährdet und wandte sich 201 vor Christus an Rom. Die Gesandten der Mittelmeerinsel wiesen die Römer auf die Gefahren hin, die von Philipp ausgehen könnten. Die Römer hatten ihrerseits den Krieg gegen Hannibal hinter sich gebracht und begannen nun den zweiten Makedonischen Krieg. Diesen Krieg konnten die Römer für sich entscheiden und beendeten 196 vor Christus die Hegemonie der Makedonier über die Griechen. Ganz dem Wahlspruch “Freiheit der Griechen” (Titus Quinctius Flaminius) verhaftet, verließen die Römer (194 vor Christus) Griechenland.

Antiochos III. nutzte diese Gelegenheit und intervenierte auf dem europäischen Festland. Im Jahr 192 vor Christus erreichte dieser Griechenland und hoffte auf die Unterstützung seiner hellenistischen Brüder. Die Römer mussten erneut eingreifen und binnen eines halben Jahres drängten sie die Seleukiden nach Asien zurück. Die Schlacht bei Magnesia am Siphylos brachte die Entscheidung für die Römer, desweiteren waren nun die kleinasiatischen Gebiete der Seleukiden verloren. In den nächsten Jahren waren die Römer nun immer öfter gezwungen in Griechenland zu intervenieren, was bei den Griechen zunehmend für Verstimmungen sorgte.

Makedonien konnte sich so langsam wieder auf der Weltbühne etablieren und Philipps Sohn Perseus gelangte 179 vor Christus auf den Thron. Es kam zum dritten Makedonischen Krieg zwischen 171 – 168 vor Christus, auch Perseuskrieg genannt. Die Entscheidungsschlacht in Pydna brachte das Ende der makedonischen Monarchie. Die Römer begannen nun offensiv gegen jede Art von Widerstand vorzugehen und etablierten in ganz Griechenland ihnen wohlgesonnene Herrscher.

Während des sechsten syrischen Kriegs zwischen Rom und den Seleukiden musste sich Antiochos III. zurückziehen. Dies war die Geburtsstunde der römischen Weltmacht. Immer weitere Gebiete konnten ihrem Einfluss einverleibt werden, so kamen nach Makedonien, auch Korinth und Pergamon unter ihre Herrschaft.

Im Osten des Seleukidenreichs kam es zu Konflikten und nach dem Tod des Antiochis III. 129 vor Christus wurde dieser von den Parthern erobert. Im westlichen Teil stritten sich die Erben um die Nachfolge, was den Untergang beschleunigte.

Im Jahr 63 vor Christus begründete Pompeius die Provinz Syria und 30 vor Christus wurde dann auch das letzte hellenistische Reich, das der Ptolemäer, ein Teil des Römischen Imperiums.

Die politische Geschichte des Hellenismus endete hier, doch die Erben sollten noch lange Zeiten als Verwalter dieser Kultur fungieren.