Die Dunklen Jahrhunderte – Dark Ages

Der Weg in die Dunklen Jahrhunderte
Der Niedergang, der in die Zeit der Dunklen Jahrhunderte führte war kein gleichmäßiger Prozess. An verschiedenen Stellen verlief er unterschiedlich und zeitlich versetzt. Nach der Zerstörung der meisten Paläste um 1.200 vor Christus wurden sie in der folgenden Zeit nicht wieder aufgebaut und damit ging das ganze System unter. Es verschwanden die Schrift, sowie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen. Die Größe der Bevölkerung war in einer Phase des Rückgangs und auch die Infrastruktur wurde dem Verfall preisgegeben.

Es muss auch gesagt werden, dass die mykenische Kultur keinem totalen Kulturbruch unterlag, sondern auf einer sehr niedrigen Stufe weiterlebte. Funde beweisen, dass noch bis 1.050 vor Christus mykenische Keramik hergestellt wurde. In einigen wenigen Gegenden kam es dieser Zeit sogar noch zu einem Bevölkerungswachstum und allgemeinen Blütezeiten. ?Noble Keramik? bildete in dieser Zeit ein wichtiges Statussymbol, das vor allem in Grabanlagen gefunden wurde. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass dies nicht mit der kulturellen Blüte der Palastzeit verglichen werden kann, diese hatte ein deutlich höheres Niveau.

Die politische Herrschaft übten vor allem kleine ?Heerkönige? aus, die ihre Herrschaft nur durch ihr Gewaltmonopol legitimierten. Aus diesen Königen entwickelte sich der basileus, Könige, zu denen die Heroen des Trojanischen Krieges gehörten. Die Legende erzählt, dass diese Krieger unter der Leitung des basileus Agamemnon von Mykene gegen die Stadt Troja zogen und diese nach zehnjähriger Belagerung eroberten.

Im Allgemeinen war die Zeit ab 1.200 vor Christus eine Zeit der Instabilität. Bezeichnend sind viele Kriege und Zerstörungshorizonte. Die alten Festungen wurden nun als Flucht- und Rückzugspunkte für die ansässige Bevölkerung verwendet und immer wieder weiter ausgebaut. Man zog sich oft in Gebiete, die leicht zu verteidigen waren, zurück. Im Zuge dieser Entwicklungen kam es zu einem allgemeinen Niedergang der Kultur und weiterem Verfall. Daraufhin ging die Bevölkerung weiter zurück und ab 1.050 vor Christus verschwand die mykenische Keramik ? der Beginn der Dunklen Jahrhunderte.

Die Gesellschaft in den Dunklen Jahrhunderten
Die Dunklen Jahrhunderte verliefen nicht an jedem Ort gleichmäßig ab, sondern hatten verschiedene Ausprägungen. Viele Traditionen wurden weiter geführt und an vielen Stellen kann man einen fließenden Übergang feststellen.

Im Allgemeinen war die Versorgung mit materiellen Gütern weniger gut und die damaligen Herrscherschichten werden auch als eine ?Aristokratie von Viehzüchtern? bezeichnet. An anderen Orten kam es jedoch zu einem reichen kulturellen Leben, so in Lefkandi, doch bildet diese Ausprägung eher die Ausnahme. In diesen Zentren wurden unter anderem Goldschmuck, Siegel und Glasperlen gefunden. Die aufwändigen Grabbeigaben bezeugen eine sehr weit reichende Handelstätigkeit und die Bestattungsrituale ähneln sehr stark jenen der homerischen Epen.

Die ökonomische Struktur war hauptsächlich durch die Viehzucht geformt. Es wurde fast nur das Fleisch verwertet und kaum andere Produkte (zum Beispiel: Wolle) hergestellt. Diese Wirtschaftsweise ist in einer instabilen Zeit durchaus praktisch, sie erfordert wenig Planung und zeichnet sich durch eine hohe Mobilität aus. Desweiteren war die Fixierung dieser Wirtschaft auf die Befriedigung aktueller Bedürfnisse von großem Vorteil.

Während der Dark Ages kam es auch zu weit reichenden Wanderungen großer Bevölkerungsteile. Diese können bis heute noch nicht komplett rekonstruiert werden, doch wissen wir, dass die Küste Kleinasiens von griechsich-ionischen Stämmen besiedelt wurde. Hier entstanden Siedlungen wie das frühe Smyrna. Auch im restlichen Griechenland kam es wieder zur Bildung von größeren Siedlungen, zum Beispiel in Athen, Korinth, Megara, Lefkandi, Nichoria, Olympia, Delphi und Troja.

Diese Siedlungen wuchsen während des 8. Jahrhunderts immer schneller zu großen städtischen Zentren heran und markieren damit das Ende der Dunklen Jahrhunderte.

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