Die mykenische Kultur

Die Palastkultur – von den Anfängen bis zum Untergang
Als mykenisch-griechische Kultur wird die Kultur der Festlandsgriechen zwischen 1.600 und 1.050 vor Christus bezeichnet. Diese Menschen der Bronzezeit bildeten die erste festländische Hochkultur in Europa (nur auf Kreta waren die Minoer schon früher entwickelt). Definiert wurde diese Kultur hauptsächlich durch ihre frühen Grabanlagen und später auch durch ihre besondere Form der Keramik. Benannt ist sie nach einem ihrer Hauptzentren ? Mykene. Dieses Zentrum bestand aus einer Oberstadt im Zentrum, die ein festungsähnlicher Bau war, und einer Unterstadt. Fast alle andern Städte waren genauso aufgebaut. Wichtige Kernorte bildeten sich unter anderem in Tiryns, Midea (Argolis), Pylos, Athen, Theben, Gla (Böotien), Iolkos (Thessalien) und in Sparta. Jedoch war die mykenische Kultur nicht nur an diesen zentralen Orten vertreten, sondern war über ganz Griechenland verteilt.

Diese Kultur konnte sich auch auf Kreta festsetzten und wurde von der alten minoischen Kultur stark beeinflusst.

Die Gesellschaft war sehr komplex aufgebaut und hatte in ihrer Mitte den Palast. Die Paläste waren der Sitz der Verwaltung, an deren Spitze ein König (wanax ? wa-na-ka) stand. Ihm untergeordnet war der lawagetas (ra-wa-ke-ta), der den Oberbefehl über die Armee hatte. Diese beiden mächtigen Männer hatten die Aufsicht über ein Heer von Beamten, die sehr spezielle Kompetenzen besaßen. Sie waren verantwortlich für die Eintreibung und Verwaltung der Steuern. Desweiteren unterstanden ihnen die militärische Organisation und die wirtschaftliche Koordination. Der Palast hatte aber noch weitere Funktionen. Auf der einen Seite diente er zudem als Lagerplatz, sowie als Zentrum für den weiträumigen Handel.

Eine solch vielschichtige Gesellschaft kann nicht ohne die Kenntnis der Schrift auskommen, der erhöhte Bedarf an Organisation kann nur mit ihrer Hilfe bewältigt werden. Man übernahm die Linear-A-Schrift aus Kreta und entwickelte sie weiter zur Linear-B-Schrift. Dies war ein bedeutender Entwicklungsschritt, als aus einer Bilderschrift eine Buchstabenschrift wurde.

Der Untergang der mykenischen Palastkultur
Um 1.200 vor Christus ging das System der Paläste unter. Früher war man der Meinung, dass dieses Ereignis durch die Wanderung der Dorer ausgelöst wurde. Heute ist man eher der Ansicht, dass diese Wanderung nicht ausgereicht haben kann, um dieses System zu zerstören. Bestimmt war sie ein Faktor, doch auch andere Einwirkungen sind wahrscheinlich. Besonders ist, dass alle Zentren in einem sehr kurzen Zeitraum zusammenbrachen und das in fast ganz Griechenland. Schriftliche Überlieferungen sind nicht vorhanden, da im Zuge dieser Verwüstungen die Kenntnis der Schrift vermutlich verloren ging.

Der Untergang der mykenischen Kultur leitet direkt über in die Dunklen Jahrhunderte Griechenlands.

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