Griechisch – Römische Herrscherzeit

Diese Epoche der antiken ägyptischen Geschichte markiert das Ende der unabhängigen Geschichte Ägyptens. Sie beginnt mit der Eroberung durch Alexander der Große, geht weiter mit dem Ptolemäerreich und endet mit der Eingliederung in das Römische Weltreich im Jahre 30 vor Christus.

Die Makedonier in Ägypten – die Ptolemäer
Während des Alexanderzuges konnte diese Ausnahmepersönlichkeit der Geschichte, Alexander der Große (332 – 323 vor Christus), auch Ägypten seinem riesigen Reich einverleiben. Er wurde in Memphis zum König gekrönt und gründete wenig später Alexandrien im Delta des Nils.

Nachdem Alexander starb übernahm sein Statthalter Ptolemäus I. Soter (305/304 – 282/281 vor Christus) in Ägypten die alleinige Herrschaft und konnte dieses Land weiter als einen Territorialstaat ausbauen. Seinem Bemühen ist es zu verdanken, dass der Leichnam Alexanders in Alexandrien bestattet wurde, doch wurde diese Grabstätte bis heute nicht gefunden. Diese Stadt wurde nun auch zur neuen Residenz während der Zeit der Ptolemäerdynastie. Es kam auch zu einer neuen Blüte in Kunst, Kultur und Wissenschaft. So arbeitet der berühmte Euklid am diesem Ort und auch die Bibliothek von Alexandrien ist heute noch weltberühmt.

Unter seinem Nachfolger Ptolemäus II. (284 – 246 vor Christus) setzte sich auch die allgemeine Blütezeit weiter fort. So entstanden der Leuchtturm von Alexandrien und viele literarische Werke.

Die Römer in Ägypten
Mit dem nun beginnenden, langsamen Aufstieg des römischen Weltreichs begann der langsame Verfall des Ptolemäerreiches. Als Ptolemäus XII. Neos Dionysos (80 – 51 vor Christus) verstarb, kam es zwischen seinen Kindern Ptolemäus XIII. (61 – 47 vor Christus) und Kleopatra VII. Philopator (51 – 30 vor Christus) zu Machtkämpfen, in deren Folge Kleopatra nach Palästina auswandern musste. Dort sammelte sie ein Söldnerheer und konnte so ihren Thronanspruch als Mitregentin durchsetzten. In der Zwischenzeit tobte in Rom ein weiterer Machtkampf zwischen Caesar und Pompeius, der nach seiner Niederlage nach Ägypten floh. Hier wurde er von Ptolemäus XIII. hingerichtet und der mächtige Caesar wurde mit allen Ehren empfangen. Zwischen Caesar und Kleopatra begann sich nun eine Romanze zu entwickeln und ihr Bruder fühlte sich dadurch verraten. Er griff mit seiner Armee die Römer an, welche natürlich sofort zurückschlugen. In dieser Auseinandersetzung ging die Bibliothek in Alexandrien in Flammen auf und enorme Mengen Wissen aus der alten Welt wurden zerstört.

Kleopatra gebar Caesar einen Sohn und reiste nach Rom, wo sie nicht sehr herzlich empfangen wurde. Als wenig später der Herrscher über das römische Weltreich ermordet wurde, kehrte Kleopatra zurück nach Ägypten und machte ihren Sohn Ptolemäus XIV. Kaisarion (36 – 30 vor Christus) zum neuen Herrscher. In Rom kam es während dessen zu einem Bürgerkrieg zwischen den verfeindenden Machtblöcken. Die Anhänger des Caesars konnten diesen Krieg für sich entscheiden und einer der Sieger Marcus Antonius begann eine Liebesbeziehung mit Kleopatra. Wegen ihr kam es später zwischen Marcus Antonius und Octavian (später Kaiser Augustus) zu Spannungen, die zu einem weiteren Krieg um Ägypten führten.

Das Ende der Geschichte könnte literarischer nicht sein. Octavian konnte sie Schlacht für sich entscheiden und sein Gegner bekommt fatalerweise die Nachricht, dass seine Frau sich das Leben genommen hat, worauf dieser Selbstmord begeht. Als die lebende Kleopatra diese Botschaft übermittelt bekommt, schickt sie ihren Sohn auf die Flucht nach Indien und vergiftet sich selbst. Ihr Sohn wird auf seinem Weg von Octavian gefasst und hingerichtet.

In diesem Jahr 30 vor Christus wurde Ägypten eine römische Provinz und damit endet die Jahrtausende alte Geschichte des antiken Ägyptens.