Das Alte Reich

Das Alte Reich (2.707 – 2.639 vor Christus) war eine große Epoche. In dieser Zeit kam es zu einer unvorstellbaren Blüte der ägyptischen Kultur, in der die großen Pyramiden und ein bedeutender wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Aufschwung stattfanden. Das Zentrum dieser Entwicklung war das nördliche Unterägypten.

Pharao Djoser und die ersten monumentalen Bauwerke
Der bedeutendste Pharao der dritten Dynastie war Djoser (2.690 – 2.670 vor Christus). Er zeichnete sich besonders als Begründer des neuen Steinbaus aus, der monumentale Bauwerke hervorbrachte. Djoser war der erste Pharao, der sich in einer Pyramide (in Sakkara) bestatten ließ. Sie hatte eine Höhe von 60 Metern und war als eine Treppe zum Himmel angelegt. Als Bauleiter und Architekt fungierte der Vezir des Pharaos, Imhotep. Unter ihm fanden auch eine Reform des Staatsaufbaus und eine Neuordnung des Landes statt, die einen noch größeren Verwaltungsapparat forderten. Nach ihm kamen noch einige Pharaonen, deren politisches Wirken hinter ihm zurücksteht und damit war die dritte Dynastie beendet.

Pharao Snofru und der Pyramidenbau der 4. Dynastie
Der Begründer der vierten Dynastie war Pharao Snofru (2.639 – 2.604), der einen erneuten Aufschwung in Kunst und Kultur hervorbrachte und damit zu einem der größten Bauherren Ägyptens avancierte. Er führte auch einen erfolgreichen Feldzug gegen das Rohstoffreiche Nubien und förderte den Schiffsbau. Besondere Bedeutung hatte der Pyramidenbau. Es entstanden die ersten Knickpyramiden, sowie die ersten klassischen Pyramiden.

Sein Nachfolger wurde sein Sohn Pharao Cheops (2.604 – 2.581), einer der wohl bekanntesten Herrscher Ägyptens. Er ist der Erbauer der weltberühmten Cheopspyramide, die das größte Bauwerke der Antike darstellte und das einzige der Sieben Weltwunder ist, das uns heute noch erhalten ist. Die Pyramide wurde als eine Brücke von Hier in das Jenseits angesehen. Der Architekt und Bauleiter dieses Bauwerks war Cheops Vezir und Neffe Hemiun. Mit 230 Metern Seitenlänge und einer Höhe von 147 Metern ist dieses eindrucksvolle Gebäude einzigartig. Daneben ließ Cheops drei kleinerer Königinnenpyramiden errichten. Zu dieser Anlage gehören auch ein Tempel und die Sphinx, die entweder von Cheops selbst, oder von einem seiner direkten Nachfolger gebaut wurde.

Sein Sohn Djedefre (2.581 – 2.572 vor Christus) bestieg nach Cheops den Pharaonenthron und begann mit einem theologischen Wandel. Der Sonnengott Re wurde nun ins Zentrum der Götter gesetzt und der Pharao führt ab nun den zusätzlichen Titel “Sohn des Re”. Damit begann der Aufstieg der Stadt Heliopolis. Seine Erben entwickelten eine rege Bautätigkeit und überzogen das Land mit vielen Pyramiden. Der letzte Pharao dieser Dynastie war Schepseskaf (2.511 – 2.506 vor Christus), nach dessen Tod kam es zu Machtstreitigkeiten und Thronwirren – damit war die vierte Dynastie vorüber.

Niedergang des Alten Reichs
Während der fünften Dynastie herrschten die Sonnenkönige. Sie führten militärische Aktionen gegen Nubien und bauten die Handelstätigkeiten des Reichs bis in die Ägäis aus. Sie erbauten große Tempel für den Sonnengott Re, um dessen Wohlgefallen zu erreichen.

Ein bedeutender Pharao dieser Zeit war Kakai (2.483 – 2.463 vor Christus), der seinem Bruder auf den Thron folgte. Auch er baute einen Tempel für Re, doch ganz besonders zeichnet ihn seine staatliche Reform aus. Er begann damit Privatleute an die Spitze der Verwaltung zu setzen. Nach seinem Tod kamen seine Söhne an die Macht, die schon nach kurzer Zeit verstarben. Nach einigen Thronwirren innerhalb der Herrscherfamilie konnte sich Pharao Niuserre (2.445 – 2.414 vor Christus) durchsetzen. Ihm folgte Menkauhors (2.414 – 2.405 vor Christus) und kurz darauf Djedkare (2.405 – 2.367 vor Christus), der eine weitere Reform der Verwaltung durchsetzte. In den einzelnen Gauen kam es zu Misswirtschaft und damit zu einer Schwächung des Pharaos. Aus dieser Situation heraus schuf er ein neues Amt, den “Vorsteher von Oberägypten”. Daraufhin verbesserte sich die wirtschaftliche Lage merklich. Dazu richtete dieser Pharao ein Sonnenheiligtum für Re ein, obwohl der Unterweltgott Osiris immer mehr an Geltung gewann. Beim letzten Pharao der fünften Dynastie, Unas (2.367 – 2.347 vor Chritus) kam es zu einer weiteren Schwächung des Königtums und nach dessen Tod zum Ende dieser Dynastie.

Als der erste Pharao (Teti) der sechsten Dynastie ermordet wurde kam es zu Thronstreitigkeiten, bei denen sich aber nach einiger Zeit der legitime Nachfolger Pharao Pepi I. (2.335 – 2.285 vor Christus) durchsetzten konnte. Er versuchte dem Verfall des Reiches entgegen zu wirken und startete militärische Aktionen in Palästina und auf dem Sinai. Seine Bauwerke waren von solcher Schönheit, dass man sie “Mennefer Pepi” nannte, woraus sich später der Name der Stadt “Memphis” ableitete.

Unter seinem Enkel Pharao Pepi II. vollzog sich der endgültige Niedergang des Alten Reiches. Er wurde als Kind auf den Thron gesetzt und seine Mutter Anchesenpepi II. und ihr Bruder Djan übernahmen die Regierungsgeschäfte. In der folgenden Zeit kam es zu einem Rückgang der Handelstätigkeiten und die einzelnen Gaufürsten wurden immer mächtiger. Die geschwächte Zentralregierung hatte Probleme das Land zu versorgen. Zwei Herrscher später ging die sechste Dynastie mitsamt dem Alten Reich unter (2.216 vor Christus).

Die erste Zwischenzeit
Die erste Zwischenzeit dauerte von der 7. – 11. Dynastie (circa 2.216 – 2.020 vor Christus) und ist die Phase, die zwischen dem Alten Reich und dem Mittleren Reich liegt. Während dieses schwierigen Zeitraums gab es keine wirkliche Zentralregierung und oft herrschten mehrere Pharaonen nebeneinander. Trotz vieler schlechter Umstände kam es in jenen Jahren zu einer Blüte in der Literatur. Es bildeten sich gegen Ende der Zwischenzeit zwei Machtzentren Herakleopolis im Norden und Theben im Süden.