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Friedrich der Große und der Konflikt mit seinem Vater

Friedrich der Große ist einer der bekanntesten Protagonisten der deutschen Geschichte. Sein ambivalenter Charakter zwischen Künstler und Realpolitiker faszinierte viele Menschen. Die wohl prägendste Zeit Friedrichs fand zwischen 1728 und 1733 statt, als der Konflikt mit seinem Vater eskalierte.

In den ersten Jahren seines Lebens wurde Friedrich von Madame Rocoulle erzogen, die bereits seinen Vater großzog. Mit sechs Jahren übernahm dann der Vater König Friedrich Wilhelm I. die Planung der Erziehung des ältesten Sohns. Der Tagesplan des jungen Monarchen wurde vom Vater auf die Minute genau festgelegt. 1716 wurde die Erziehung Friedrichs von Jacques Égide Duhan de Jandun übernommen. Er und sein Schüler entwickelten ein besonders enges und vertrautes Verhältnis. Der Lehrplan wurde um künstlerische sowie geisteswissenschaftliche Fächer erweitert, so dass Friedrich neben der strengen militärisch-ökonomischen Ausbildung neue Eindrücke gewinnen konnte.

Im Jahr 1728 begann Friedrich Flötenunterricht bei Johann Joachim Quantz zu nehmen. Die Konflikte mit dem Vater begannen sich in dieser Phase weiter zuzuspitzen. Es kam zu einem heftigen Generationenkonflikt. Friedrich provozierte seinen Vater, der daraufhin mit massiver Brutalität antwortete. In dieser Zeit intensivierte sich die Freundschaft zwischen Friedrich und Hans Hermann von Katte. Katte war ein gebildeter und weltgewandter Mann, der einen großen Eindruck auf Friedrich machte. Friedrich erzählte seinem Freund von seinem Plan nach Frankreich zu fliehen, um dem Vater zu entkommen.

Die Flucht folg auf und Katten wurde als Mitwisser vor den Augen Friedrichs hingerichtet. Ursprünglich wollte der Vater auch seinen Sohn hinrichten lassen, doch setzen sich Leopold von Anhalt-Dessau, Prinz Eugen und Kaiser Karl VI. für ihn ein. In der Folge verlor er den Prinzenstatus und begann in der Armee zu dienen. Rehabilitiert wurde er erst, als er der Ehe mit der ungeliebten Elisabeth Christine von Braunschweig-Beven zustimmte.

Die Zerrissenheit in diesen Jahren hat Friedrich das gesamte Leben geprägt. Für Interpretationen Friedrichs handeln in der politischen Geschichte sind Kenntnisse dieser Zeitepoche wichtig und sollten nicht in den Hintergrund gedrängt werden.

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