Kategorie-Archiv: Linktipps

Historische Fundstücke aus dem Internet

Farbfotografie vor 1914

Auf SpiegelOnline wurden vor ein paar Wochen Farbfotografien von vor 1914 veröffentlicht. Es ist immer wieder unglaublich spannend einen so farbenfrohen Einblick in diese visuell monochrom überlieferte Epoche zu haben. Die Farben des Moulin Rouge im Sommer 1914, das Taj Mahal im Winter 1914 und fernöstlichen Reitern sind unglaublich beeindruckend. Ein visueller Kulturschatz.

Die Zeit zwischen der Erfindung der Fotografie bis zu den ersten Farbaufnahmen erscheint immer unter einem grauen Schleier. Wir sind visuell so vorgeprägt, dass wir uns diese Zeit in Farbe nur schwer vorstellen können. Woher soll auch die Information über die Farbe der Kleidung herkommen? Da ist es einfacher in schwarz-weiß zu denken.

Für alle Interessierten ist das ein interessanter Einblick in eine vergangene Zeit, die uns dann nicht mehr ganz so fern erscheint.

Hühner und die Atombombe

Es gibt immer wieder unglaublich kuriose Geschichten. Eine dieser Geschichten ist die des Projekts “Blue Peacock”. Im Kalten Krieg hatten die Alliierten immer die Befürchtung, dass die konventionell überlegene sowjetische Armee einen Angriff auf die Truppen starten könnte, die zu dieser Zeit auf dem europäischen Festland stationiert waren. Genau aus diesem Grund wurden strategische Waffen entwickelt, die in einem solchen Szenario einen weiteren Vormarsch der feindlichen Truppen be- oder verhindert hätten.

In England wurde in diesem Kontext eine der kuriosesten Waffen entwickelt, die es jemals gegeben hat. Um ein vordringen der Sowjets zu verzögern wurde ein Gürtel von Atombomben-Mienen in Deutschland gelegt. Die sich zurückziehende britische Armee hätte die Zünder aktivieren können und wenige Stunden oder Tage später wäre die Atombombe – mittlerweile in Feindesland – explodiert.

Jedoch offenbarte sich ein schwerwiegendes Problem. In kalten Wintern konnte der Zünder gefrieren und damit machte er diese Waffe unbrauchbar. Kreative englische Wissenschaftler kamen dann auf die Idee in der Atombombe beim Zünder Hühner leben zu lassen. Mit Futter und Wasser versorgt, hätten die Hühner mehrere Tage überlebt und mit ihrer Körpertemperatur den Zünder vor dem Einfrieren bewahrt.

Zum Artikel: Englands gackernde Atombombe

 

KZ-Aufstand in Sobibor

Am 14. Oktober 1943 kam es zu einem Aufstand der Insassen des Vernichtungslagers Sobibor. Es war der größte Aufstand gegen den Nationalsozialismus, der je in einem Konzentrationslager stattgefunden hat. Ein neues Buch, dass am Ende des Artikels erwähnt wird, macht auf dieses fast vergessene Kapitel des jüdischen Widerstands im Dritten Reich aufmerksam.

Für die SS kam dieser Aufstand unerwartet. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass sich eine Gruppe von “Untermenschen” gegen ihr System auflehnen würde. Bei diesem Aufstand starben etliche KZ-Wächter und viele Häftlinge konnten fliehen. Die Verschwörer nutzten eine Schwäche ihrer Wächter. Sie machten sie auf scheinbare wertvolle Gegenstände aufmerksam, die es unter den Häftlingen geben sollte. Als die Habgier die SS-Wächter in die Falle trieb, wurden diese getötet. Anschließend wollten die Verschwörer andere Häftlinge zur Flucht ermuntern und damit eine Massenbewegung auslösen. So kam es denn auch. Viele konnten unter Maschinengewehrsalven fliehen. Circa 360 der über 500 Flüchtlinge schafften es aus dem Lager. 200 kamen zum Wald. 53 überlebten die nächsten Monate.

Die im Lager verbliebenen Juden wurden vollständig liquidiert. Sobibor wurde vollständig abgerissen. Über 400 Einsatzkräfte wurden eingesetzt, um die Flüchtlinge zu fassen.

KZ-Aufstand von Sobibor “Wir wollten wie Menschen sterben”

Afrodeutsche in NS-Filmen

Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte auch eine Gruppe von Afrodeutschen innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches. Einer von ihnen war Theodor Michael, der in dieser Zeit als Page und Schauspieler arbeitete und in ständiger Angst vor Verfolgung lebte. Durch die geringe Sichtbarkeit der Afrodeutschen waren sie zwar alltäglichen Repressalien ausgesetzt, konnten jedoch oftmals der Verfolgung entkommen.

Theodor Michael konnte sich retten, weil er mit vielen anderen Komparsen beim Film arbeitete und an Produktionen mitwirkte, die Goebbels selbst in Auftrag gegeben hat. Dennoch war das alltägliche Leben von Angst geprägt.Beim Film wurden die Ausgegrenzten gebraucht. In einem neuen Buch, das im November 2013 erscheint, beschreibt Michael seine Erlebnisse im Nationalsozialismus. Darüberhinaus hat er sich auch vor und nach dieser dunklen Epoche oft nicht als Teil dieser Gesellschaft gefühlt. Nur Deutscher war er immer.

Zum Eines-Tages-Artikel

Adenauers und Kohls Erbe – Merkels Chance

Kanzlerin Merkel steht auf den Schultern von Giganten. Zwei der wichtigsten Gestalter Deutschlands und Europas waren Adenauer und Kohl. Merkel steht in deren Schatten, dabei bietet die aktuelle politische Lage in Europa die große Chance gestaltend und zukunftsorientiert zu wirken. Der hier verlinkte Meinungs-Artikel spannt den Bogen von den beiden großen CDU-Kanzlern hin zur aktuellen Kanzlerin und der Richtung, die sie der beginnenden Legislaturperiode geben sollte.

Zum Welt-Artikel

Strafprozesse gegen KZ-Aufseherinnen

Noch während des Kriegs wurden die ersten Aufseher und auch Aufseherinnen der befreiten Konzentrationslager in einem Prozess verurteilt und bestraft. Im verlinken Artikel wird eine wissenschaftliche Arbeit von Andrea Rudorff über diese Prozesse in Polen vorgestellt. Diese Arbeit bring ein wenig Licht in ein Kapitel, dass bisher wenig Beachtung in der öffentlichen Debatte um NS-Kriegsverbrechen in Polen bekommen hat.

Zum FAZ-Artikel

Ehrungen für Stalins deutsche Spionin?

In einem weiteren SPON Artikel geht es um eine Spionin, die im Auswärtigen Amt während des Zweiten Weltkriegs für Stalin spioniert hat. Darüber ist heute eine politische Debatte entbrannt. Soll man sie nun für Leistungen im Widerstand ehren oder nicht. Der Sachverhalt ist alles andere als klar. Auch stellt sich die Frage, wie die Opfer des Nationalsozialismus aus dem Auswärtigen Amt insgesamt geehrt werden sollten?

Zum Artikel

Giftgas in der Antike

Die chemische Kriegsführung ist kein modernes Phänomen. Bereits in der Antike wurden solche verheerenden Angriffe durchgeführt. Ein Beispiel beschreibt SPON. Als die Perser Dura Europos angriffen verwendeten sie ein schwefelhaltiges Gasgemisch, um ihre Feinde anzugreifen. In der aktuellen politischen Situation in Syrien spielen solche Ereignisse natürlich eine propagandistische Rolle. Auch auf diese Problematik wird im Artikel eingegangen.

Zum Artikel.